K.O.-Tropfen in der SchweizDas journalistische Gewissen

Politik und Drogen

Genf 2013: MCG-Gründer Eric Stauffer lässt für ein Wahlkampfvideo Kokain kaufen, letztinstanzlich freigesprochen

Am 21. September 2013 liess MCG-Gründer Eric Stauffer im Genfer Pâquis-Quartier während des Wahlkampfs filmen, wie ein junges MCG-Mitglied mit 200 Franken, die Stauffer vorgestreckt hatte, zwei Kokainkügelchen à 1 Gramm kaufte. Die Gruppe übergab die Drogen der Polizei. Generalstaatsanwalt Olivier Jornot erliess einen Strafbefehl wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (45 Tagessätze à 230 Franken, Busse 2500 Franken); Stauffer erhob Einsprache. Das Polizeigericht verurteilte im Dezember 2015 Stauffer zu 45 Tagessätzen bedingt und 2070 Franken Busse, den Käufer zu 30 Tagessätzen bedingt und 840 Franken Busse. Die Chambre pénale d'appel et de révision sprach beide am 7. September 2016 frei. Das Bundesgericht wies die Beschwerde des Genfer Ministère public mit Urteil 6B_1111/2016 vom 9. Mai 2018 ab, soweit es darauf eintrat.

Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.

Beteiligte

NameRolleFunktionPartei
Eric StaufferBeschuldigter; erstinstanzlich verurteilt, in der Berufung freigesprochen, Freispruch vom Bundesgericht bestätigtGründer des Mouvement Citoyens GenevoisMCG
nicht genanntMitbeschuldigter (Käufer); erstinstanzlich verurteilt, in der Berufung freigesprochen, Freispruch vom Bundesgericht bestätigtjunges MCG-MitgliedMCG

Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen

Das Bundesgericht wandte die Figur des «erlaubten Risikos» an: geringe Menge, ohnehin für Konsumenten bestimmt, rasche Übergabe an die Polizei; die politische Motivation schloss diese Prüfung nicht aus. Es handelte sich um einen politisch motivierten Testkauf ohne Konsum oder Weiterverkauf.

Verbindungen

Parallele zum Fall Luzi Stamm (Bern).

Zusammenhänge

Kokain-«Testkäufe» von Politikern: Genf 2013 und Bern 2019

Arbeitshypothese, Vergleichbares Vorgehen, ausserhalb des K.O.-Themas

Arbeitshypothese. Beide Einträge beschreiben einen öffentlich gemachten Kokainkauf eines Politikers ohne Konsum. Beide Verfahren endeten ohne Verurteilung. Belegt ist nur, dass die Fälle vergleichbar sind, einen Zusammenhang gibt es nicht. Wie die übrigen Kokain- und Cannabis-Einträge haben sie keinen Bezug zu K.O.-Tropfen.

Weitere Einträge: Bern 2019: SVP-Nationalrat Luzi Stamm kauft Kokain als «Testkauf», Verfahren eingestellt

Quellen

  1. Comprò droga, assoltoRSI, 2016-09-07
  2. Stauffer contesta la condannaRSI, 2015-11-02
  3. Eric Stauffer condamné pour deux boulettes de cocaïneLe Temps
  4. Eric Stauffer définitivement acquitté dans une affaire de drogueLe Temps
  5. BGer 6B_1111/2016 vom 9. Mai 2018Bundesgericht, 2018-05-09

Eintrag 2013-09-21_genf-2013-mcg-grunder-eric-stauffer-lasst-fur-ein-wahlkampfvideo-kokain-kaufen-l. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.