Berichte
Österreich: Untersuchungsstelle für Gewaltbetroffene in Wien, 8 Prozent der Fälle mit Verdacht auf K.O.-Tropfen
Die Untersuchungsstelle für Gewaltbetroffene ist ein Pilotprojekt der MedUni Wien am Zentrum für Gerichtsmedizin und seit Anfang 2025 in Betrieb. Gewaltbetroffene können sich dort kostenlos untersuchen lassen, unabhängig von einer Anzeige und ohne E-Card. Verletzungen werden gerichtsfest dokumentiert und Spuren gesichert. Laut ORF kamen in den ersten acht Monaten 400 Personen, in 293 Fällen fanden klinisch-forensische Untersuchungen statt. 24 Prozent der Fälle betrafen sexualisierte Gewalt, in 8 Prozent bestand der Verdacht auf K.O.-Tropfen. In 53 Prozent der Fälle wurde Anzeige erstattet. Ohne Anzeige bleiben Daten und Spuren bis zu zehn Jahre gespeichert, damit sie in einem späteren Strafverfahren verwendet werden können. Eine zweite Gewaltambulanz gibt es in Graz.
Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.
Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen
Österreich begegnet dem Nachweisproblem mit niederschwelliger Spurensicherung, für die keine Anzeige nötig ist. Frankreich setzt bei den Analysen an. In der Schweiz gibt es Vergleichbares nur punktuell, etwa den Aufsuchenden Dienst Forensic Nurses am Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich (seit April 2024) oder Gewaltschutzangebote in einzelnen Kantonen. Dass Schweizer Medien über die österreichischen Ambulanzen berichtet hätten, liess sich nicht belegen.
Verbindungen
Vergleich mit der französischen Kostenübernahme und den Zürcher Forensic Nurses.
Zusammenhänge
Spurensicherung ohne Anzeige: Flickenteppich, Kosten, Bundesrevision hängig
Muster über die Jahre
Quellen
- Gewaltopfer: Hoher Bedarf an neuer UntersuchungsstelleORF, 2025-09-05
- Zürcher Modell «Aufsuchender Dienst Forensic Nurses» wird dauerhaft verankertKanton Zürich, 2026-04
Eintrag 2025-09-05_osterreich-untersuchungsstelle-fur-gewaltbetroffene-in-wien-8-prozent-der-falle-. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.