Berichte
Tox Info Suisse 2015: Rund 25 Verdachtsfälle pro Jahr, meist nur Alkohol
Hugo Kupferschmidt, Direktor von Tox Info Suisse, bezeichnete K.O.-Tropfen in einem Interview der Aargauer Zeitung nicht als eigene Substanz, sondern als Bezeichnung für die Umstände einer Vergiftung, und sagte, das Problem werde überschätzt. Laut Kupferschmidt verzeichnet Tox Info Suisse im Schnitt etwa 25 Verdachtsfälle pro Jahr; in rund 95 % sei nur Alkohol nachgewiesen worden. Eine Urin- oder Blutuntersuchung koste etwa 200 Franken und müsse während der Wirkung erfolgen. Haaranalysen eigneten sich für länger zurückliegende Einnahmen, würden nur auf Anordnung eines Untersuchungsrichters gemacht und setzten vier bis sechs Wochen Haarwachstum voraus; mit Spezialmethoden lasse sich eine einmalige GHB-Einnahme nachweisen, was aber noch kein Delikt beweise.
Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.
Beteiligte
| Name | Rolle | Funktion | Partei |
|---|---|---|---|
| Hugo Kupferschmidt | Experte | Direktor Tox Info Suisse |
Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.
Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen
Die 25 Verdachtsfälle sind Zahlen eines Giftinformationszentrums, keine forensische Statistik; wie die Fälle erfasst werden und ob sich die 95 % auf analytisch bestätigte Fälle beziehen, bleibt im Artikel offen. Anlass des Interviews war ein konkreter Zuger Fall, zu dem der Artikel keine Details enthält; die Aussage ist als Einzelmeinung zu lesen.
Verbindungen
Erschien zwei Tage nach der Meldung zur Haaranalyse im Zuger Fall (Eintrag 2015-03-02).
Zusammenhänge
Tox Info Suisse als Datenquelle über zwei Jahrzehnte
belegt, Gleiche Institution
2015 nannte Tox Info Suisse rund 25 Verdachtsfälle pro Jahr, davon zu 95 % nur Alkohol. Im Jahresbericht 2015 sind weniger Überdosierungen und mehr Entzugsfälle festgehalten. Die BAG-Fallzahlen 1997 bis 2005 stammen ebenfalls von Tox Info Suisse. Die Zahlen sind nicht gleich definiert und lassen sich deshalb nicht direkt vergleichen.
Weitere Einträge: Tox Info Suisse Jahresbericht 2015: Weniger Beratungen zu GHB-Überdosierungen, mehr zu GHB-Entzug, BAG-Faktenblatt GHB, GBL, 1,4-Butandiol: Unterstellung 2002, Tox-Info-Fallzahlen 1997 bis 2005
Zeitliche Nähe von Zuger Haaranalyse, Tox-Info-Interview und SRF-Virus-Beitrag (März 2015)
Arbeitshypothese, Zeitliche Nähe
Arbeitshypothese. Die SDA-Meldung zur Haaranalyse im Zuger Fall erschien am 2.3.2015. Zwei Tage später sagte der Direktor von Tox Info Suisse, das Problem werde überschätzt. Am 5.3.2015 sendete Radio SRF Virus einen Aufklärungsbeitrag, der K.O.-Tropfen als reale Gefahr darstellt. Dass die Beiträge aufeinander Bezug nehmen, belegen die Quellen nicht.
Weitere Einträge: Zuger Fall 2015: Haaranalyse des IRM Zürich ohne GHB-Nachweis, Radio SRF Virus: «Diese 10 Dinge über K.O.-Tropfen musst du wissen»
«Alkohol statt K.O.-Tropfen»: Entwarnung in Behörden und Medien, Ersatzbegründung vor Gericht
Muster über die Jahre
Die Haaranalyse verlängert den Nachweis, beweist aber keinen Zeitpunkt
Muster über die Jahre
Quellen
- Experte: «Das Problem K.-o.-Tropfen wird überschätzt»Aargauer Zeitung, 2015-03-04
Eintrag 2015-03-04_tox-info-suisse-2015-rund-25-verdachtsfalle-pro-jahr-meist-nur-alkohol. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.