K.O.-Tropfen in der SchweizDas journalistische Gewissen

Urteile

Dietikon: Freispruch trotz GHB-Spuren in Haaranalyse

Ein Bauarbeiter Mitte 30 aus dem Bezirk Dietikon war angeklagt. Er soll Ende Oktober 2012 einer Arbeitskollegin heimlich GHB ins Bier gemischt und sie in bewusstlosem Zustand sexuell missbraucht haben, bis hin zur Vergewaltigung. Eine Haaranalyse wies bei der Frau GHB-Spuren nach. Die Staatsanwaltschaft wertete das als starkes Indiz, die Verteidigung wandte ein, der Zeitpunkt der Verabreichung sei nicht belegt. Das Bezirksgericht Dietikon sprach den Mann nach dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» frei. Es verwies auf zwei ärztliche Gutachten, die sich zum Verletzungsbild teils widersprachen, auf ein Foto, dessen Datum nicht zu den Angaben der Frau passte, und auf frühere Zusammenbrüche der Frau eine Woche vor der Tat. Der Mann erhielt 23'000 Franken Genugtuung für rund 227 Tage Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Freiheitsstrafe beantragt. Die Zivilforderungen der Privatklägerin wies das Gericht ab.

Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.

Beteiligte

NameRolleFunktionPartei
nicht genanntBeschuldigterBauarbeiter Mitte 30 (erstinstanzlich freigesprochen)
nicht genanntPrivatklägerinArbeitskollegin

Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen

Eine Haaranalyse kann zeigen, dass jemand einer Substanz ausgesetzt war, aber nur ungenau, wann. Das schwächt ihren Beweiswert vor Gericht, besonders wenn es mögliche frühere Verabreichungen gibt.

Zusammenhänge

Bezirksgericht Dietikon: zwei Verfahren mit K.O.-Vorwurf

belegt, Gleiches Gericht

Am selben Gericht ergingen zwei unterschiedliche Urteile. 2013 hielt es K.O.-Tropfen nicht für erwiesen und verurteilte wegen Schändung, weil die Frauen wegen Alkohol widerstandsunfähig waren. 2015 sprach es trotz GHB im Haar frei, weil der Zeitpunkt nicht belegt war. Die beiden Verfahren betreffen verschiedene Beschuldigte.

Weitere Einträge: Bezirksgericht Dietikon: Schuldspruch wegen Schändung, K.O.-Tropfen nicht erwiesen

Die Haaranalyse verlängert den Nachweis, beweist aber keinen Zeitpunkt

Muster über die Jahre

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Quellen

  1. K.o.-Tropfen nicht erwiesen20 Minuten, 2015-11-02

Eintrag 2015-11-02_dietikon-freispruch-trotz-ghb-spuren-in-haaranalyse. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.