Urteile
Filmriss nach Barbesuch: GHB weder in Blut, Urin noch Haar, Freispruch von Schändung
Eine Privatklägerin machte geltend, ihr seien «KO-Tropfen oder eine ähnliche Substanz» verabreicht worden; sie habe mehrere Stunden Filmriss mit einzelnen Erinnerungsfetzen. Bei ihr wies das toxikologische Gutachten nur Kokain nach, GHB war im Urin nicht nachweisbar; das Gericht hielt freiwilligen Konsum für wahrscheinlich. Bei einer zweiten Privatklägerin konnte GHB weder im Blut noch im Urin nachgewiesen werden, auch die Haaranalyse ergab keine eindeutigen Hinweise auf GHB oder Vorläuferstoffe; nachgewiesen wurde Kokain, dessen heimliche Beibringung durch den Beschuldigten nicht erstellt war. Das Bezirksgericht Bremgarten hatte den Beschuldigten am 13. Februar 2025 der mehrfachen Schändung schuldig gesprochen. Auf seine Berufung sprach ihn das Obergericht Aargau von der mehrfachen, teilweise versuchten Schändung frei; die Freisprüche von Vergewaltigung und sexueller Nötigung waren bereits rechtskräftig. Rechtskräftig verurteilt ist er einzig wegen Strassenverkehrsdelikten (u.a. Fahren in fahrunfähigem Zustand). Die Genugtuungsforderungen beider Privatklägerinnen wurden abgewiesen.
Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.
Beteiligte
| Name | Rolle | Funktion | Partei |
|---|---|---|---|
| nicht genannt | Beschuldigter | zweitinstanzlich freigesprochen | |
| nicht genannt | Privatklägerin A. | ||
| nicht genannt | Privatklägerin C. | ||
| Obergericht des Kantons Aargau | Gericht | Berufungsinstanz |
Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.
Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen
Der Fall zeigt die Beweishürden bei mutmasslichen K.O.-Tropfen-Delikten: Ohne GHB-Nachweis und ohne Nachweis, wer eine festgestellte Substanz wie verabreicht hat, reicht ein Kokainbefund für eine Verurteilung wegen Schändung nicht aus. Der Wechsel von Schuldspruch zu Freispruch zwischen den Instanzen unterstreicht die Bedeutung rasch gesicherter Proben.
Zusammenhänge
«Alkohol statt K.O.-Tropfen»: Entwarnung in Behörden und Medien, Ersatzbegründung vor Gericht
Muster über die Jahre
Die Haaranalyse verlängert den Nachweis, beweist aber keinen Zeitpunkt
Muster über die Jahre
Quellen
- Obergericht AG SST.2025.163 vom 8. Juni 2026opencaselaw (Obergericht AG), 2026-06-08
Eintrag 2026-06-08_filmriss-nach-barbesuch-ghb-weder-in-blut-urin-noch-haar-freispruch-von-schandun. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.