Anklage erhoben am 20.07.2026, Verfahren hängig vor dem Bezirksgericht Baden. Prozesstermin in den Quellen...
In der Nacht auf den 4. September 2023 überraschte eine Mutter den damaligen SVP-Grossrat Patrick Frei laut Strafverfolgungsbehörden bei einer mutmasslichen Tat an ihrer minderjährigen Tochter und alarmierte die Polizei. Frei wurde festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Baden eröffnete ein Strafverfahren, Frei trat aus dem Grossen Rat zurück (blue News, 18.09.2023). Am 20. Juli 2026 erhob die Staatsanwaltschaft beim Bezirksgericht Baden Anklage gegen den 57-Jährigen. Die Anklagepunkte laut Aargauer Zeitung: mehrfacher versuchter Mord, mehrfache qualifizierte Vergewaltigung, mehrfache qualifizierte sexuelle Nötigung, Schändung, mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern, mehrfache qualifizierte Körperverletzung, Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Pornografie, Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte und sexuelle Belästigung. Laut Anklage soll er drei Opfern heimlich K.O.-Tropfen verabreicht, sie im bewusstlosen Zustand missbraucht und die Taten gefilmt haben. Die Opfer sind zwei erwachsene Frauen und eine Minderjährige. Die Anklage wertet die Betäubung wegen Erstickungsgefahr als versuchten Mord. Die Staatsanwaltschaft beantragt eine lebenslange Freiheitsstrafe und eine vollzugsbegleitende Therapie (ambulant laut Aargauer Zeitung und blue News). Laut SRF (22.07.2026, gestützt auf die Anklageschrift) soll er seine Ex-Frau zwischen Dezember 2008 und August 2021 rund 140-mal betäubt und missbraucht haben. 20 Minuten ordnet die 140 Fälle dagegen einer weiteren Frau zu, die nicht die Ex-Partnerin sei. Ab Sommer 2022 soll es gegenüber einer neuen Partnerin und vor allem deren minderjähriger Tochter innert eines Jahres zu 44 Übergriffen gekommen sein (SRF, 20 Minuten). Tio nennt für die Tochter mehr als 40 Betäubungen. Als Substanz nennt SRF gemäss Anklage GHB oder GBL. Frei bestreitet die Vorwürfe, laut 20 Minuten in wesentlichen Teilen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Am 27. Juli 2026 nahmen laut swissinfo (Keystone-ATS) rund 400 Personen an einer Mahnwache der SP-Frauen Aargau für die Opfer in Untersiggenthal teil.
Quellen: SRF, blue News (Keystone-SDA), Aargauer Zeitung, Südostschweiz (SDA) und weitere