K.O.-Tropfen in der SchweizDas journalistische Gewissen

Ermittlungen

Internationale Aktion gegen GBL-Besteller: Durchsuchungen in 17 Kantonen

Laut swissinfo durchsuchte die Polizei im Juli 2008 nach Angaben des Bundesamts für Polizei (fedpol) Liegenschaften in 17 Kantonen. Die Aktion war international und wurde von bayerischen Ermittlern koordiniert. Auslöser waren verdächtige Online-Bestellungen von GBL über zwei Chemikalienhändler in Deutschland. In der Schweiz, Österreich und Deutschland wurden insgesamt über 600 Wohnungen und Büros durchsucht. Eine Zahl für die Schweiz nennt der Artikel nicht. In einigen Schweizer Objekten sollen Labore zur Herstellung synthetischer Drogen gewesen sein. fedpol-Sprecher Guido Balmer sagte, die Betroffenen seien nicht zwingend miteinander verbunden, und die Aktion ziele nicht auf die Zerschlagung eines Händlernetzes. Der Artikel bezeichnet GBL als legalen Stoff. Festnahmen und sichergestellte Mengen nennt er nicht.

Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.

Beteiligte

NameRolleFunktionPartei
Bundesamt für Polizei (fedpol)Informierende Behörde
Guido BalmerSprecherSprecher fedpol
Bayerische ErmittlungsbehördenKoordinierende Ermittlungsbehörde

Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen

Der Fall liegt vor dem Untersuchungszeitraum (2010 ff.), dokumentiert aber den Stand vor der BetmVV-EDI 2011: Medien bezeichneten GBL damals als legal. Laut den unter «verbindungen» genannten Geschäften und Urteilen stuften Bundesrat und später das Bundesgericht GBL bereits als Betäubungsmittel ein. Diese Einstufung stammt nicht aus der hier zitierten Quelle. Der Eintrag stützt sich nur auf eine Quelle, und die Zahl der Schweizer Durchsuchungen ist nicht belegt.

Verbindungen

Motion 09.3945 Barthassat; BetmVV-EDI 2011; BGer 6B_1067/2013 (Tatzeitraum 2006 bis 2008, Strafverfolgung ging bis 2008 teils von Straflosigkeit aus).

Zusammenhänge

GBL-Aktion 2008 und Handelsfall 2006 bis 2008

Arbeitshypothese, Zeitliche Überschneidung

Arbeitshypothese. Der Aargauer Händler kaufte zwischen 2006 und 2008 GBL. Im Juli 2008 liefen Durchsuchungen gegen GBL-Besteller in 17 Kantonen. Ob die beiden Vorgänge zusammenhängen, belegen die Quellen nicht.

Weitere Einträge: GBL als Betäubungsmittel: Bundesgericht bestätigt vier Jahre für Handel mit 814 Litern

Quellen

  1. Police conduct international drug sweepswissinfo.ch, 2008-07-09

Eintrag 2008-07-09_internationale-aktion-gegen-gbl-besteller-durchsuchungen-in-17-kantonen. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.