K.O.-Tropfen in der SchweizDas journalistische Gewissen

Urteile

Gordola/Bellinzonese: Verdacht auf «droga dello stupro», Verurteilung wegen Ausnutzung der Widerstandsunfähigkeit

Im Juli 2017 wurde ein 30-jähriger Mann aus dem Bellinzonese festgenommen. Ihm wurde vorgeworfen, seine Ex-Partnerin nach einem Treffen in Gordola in seiner Wohnung vergewaltigt zu haben. Die Frau erinnerte sich nur bruchstückhaft; die Ermittler liessen prüfen, ob ihr die «droga dello stupro» verabreicht worden war. Der Mann bestritt die Vorwürfe zunächst und machte Einvernehmlichkeit geltend; er blieb mindestens fünf Wochen in Haft. Im Mai 2019 wurde er im abgekürzten Verfahren zu 36 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, davon 6 Monate zu verbüssen, verbunden mit einer Betreuung wegen Alkohol- und Drogenproblemen. Laut RSI nutzte er aus, dass die Frau betrunken und widerstandsunfähig war; im Prozess gestand er. Ein Ergebnis der Drogenanalyse nennen die Quellen nicht.

Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.

Beteiligte

NameRolleFunktionPartei
nicht genanntVerurteilter30-jähriger Mann aus dem Bellinzonese, nicht namentlich genannt
nicht genanntGeschädigteEx-Partnerin, nicht namentlich genannt

Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen

Beispiel dafür, dass ein Verdacht auf K.O.-Mittel im Verfahren auf Alkohol als Ursache der Widerstandsunfähigkeit hinauslaufen kann. Die Verknüpfung der beiden RSI-Berichte beruht auf Ort, Zeit und Beteiligten; RSI stellt sie nicht ausdrücklich her.

Verbindungen

Tessiner Polizei 2018: Alkohol häufiger als Drogen.

Zusammenhänge

RSI und die Tessiner Fälle

Arbeitshypothese, Medienbericht mit Fallverweis

Arbeitshypothese. RSI verlinkte 2021 den Fall Castione. Die Quellen zum Castione-Eintrag nennen RSI nicht, und der Eintrag hat eine frühere RSI-Angabe ausdrücklich nicht übernommen. Die Tessiner Polizei erklärte 2018, es gebe keine erwiesenen Fälle. Zur selben Zeit lief das Verfahren Gordola, in dem auf die «droga dello stupro» geprüft wurde. Ob die Polizei diesen Fall bei ihrer Aussage mitbedachte, ist nicht belegt.

Weitere Einträge: RSI: «La droga dello stupro in Romandia», Gerüchte ohne bestätigte Fälle, Castione (TI): Sexuelle Handlungen mit einer widerstandsunfähigen Person in Diskothek, Schuldspruch 2021, 2022 bestätigt, Tessiner Kantonspolizei: keine erwiesenen Fälle von «droga dello stupro»

«Alkohol statt K.O.-Tropfen»: Entwarnung in Behörden und Medien, Ersatzbegründung vor Gericht

Muster über die Jahre

Zum Muster

Quellen

  1. Usata la «droga dello stupro»?RSI, 2017-07-21
  2. Condannato per abusi sull'exRSI, 2019-05-27

Eintrag 2019-05-27_gordola-bellinzonese-verdacht-auf-droga-dello-stupro-verurteilung-wegen-ausnutzu. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.