Berichte
RSI: «La droga dello stupro in Romandia», Gerüchte ohne bestätigte Fälle
RSI berichtet über Gerüchte, die seit einigen Tagen kursieren: Frauen sollen an Partys in Lausanne, Genf oder Freiburg mit GHB betäubt worden sein. Die Behörden rufen zur Anzeige auf. Laut RSI bestätigen die Fakten die Gerüchte nicht. Das rechtsmedizinische Zentrum CURML des Universitätsspitals Lausanne analysiert seit Anfang 2021 Verdachtsfälle systematisch. Nach 10 bis 12 Stunden zeigen Blut und Urin nur noch physiologische Werte, und Betroffene lassen sich selten rechtzeitig testen. Verlinkt sind zwei Tessiner Fälle ohne Substanznachweis. Im ersten Fall, Castione 2015, wurde 2016 ein 28-jähriger Mann angeklagt; es gilt die Unschuldsvermutung. Der zweite ist ein weiterer Fall aus dem Jahr 2017.
Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.
Beteiligte
| Name | Rolle | Funktion | Partei |
|---|---|---|---|
| nicht genannt | Analysestelle | CURML, Universitätsspital Lausanne |
Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.
Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen
Die RSI-Rahmung betont, wie weit Social-Media-Meldungen und Laborbefunde auseinanderliegen.
Verbindungen
CURML-Studie 2022; Lausanne 2022.
Zusammenhänge
RSI und die Tessiner Fälle
Arbeitshypothese, Medienbericht mit Fallverweis
Arbeitshypothese. RSI verlinkte 2021 den Fall Castione. Die Quellen zum Castione-Eintrag nennen RSI nicht, und der Eintrag hat eine frühere RSI-Angabe ausdrücklich nicht übernommen. Die Tessiner Polizei erklärte 2018, es gebe keine erwiesenen Fälle. Zur selben Zeit lief das Verfahren Gordola, in dem auf die «droga dello stupro» geprüft wurde. Ob die Polizei diesen Fall bei ihrer Aussage mitbedachte, ist nicht belegt.
Weitere Einträge: Castione (TI): Sexuelle Handlungen mit einer widerstandsunfähigen Person in Diskothek, Schuldspruch 2021, 2022 bestätigt, Tessiner Kantonspolizei: keine erwiesenen Fälle von «droga dello stupro», Gordola/Bellinzonese: Verdacht auf «droga dello stupro», Verurteilung wegen Ausnutzung der Widerstandsunfähigkeit
CURML als wiederkehrende Instanz in der Romandie
belegt, Gleiche Institution
Das CURML erscheint von 2010 bis 2026 in Verdachtsfällen, Urteilen, Studien, Behördenantworten und in der Genfer Konsultation. Seine Befunde flossen in mehrere Entscheide ein: GHB im physiologischen Bereich (Wallis), Substanzen medizinisch erklärt (Genf 2026), kein GHB beim Schulball 2010.
Weitere Einträge: Waadt 2010: CURML findet bei Schulball-Verdachtsfall kein GHB, Genf: Gemeinsame Untersuchung durch Gynäkologie und Rechtsmedizin, Proben ein Jahr am CURML, Wallis: GHB-Verdacht am Arbeitsplatz, Haaranalyse negativ, Freispruch von Vergewaltigung bestätigt, CURML/CHUV: Systematische GHB-Suche in 815 forensischen Proben 2021 (Waadt), Endogenes GHB: Interpretationsschwellen Blut und Urin in der Schweizer Praxis, Jura: Regierung beantwortet Schriftliche Frage zu GHB-Intoxikationen (QE 3435), Genf: Verdacht auf «soumission chimique» nach Motorradunfall nicht erhärtet, Einstellung bestätigt, Waadt: Interpellation Thalmann fordert Freiburger Modell; Staatsrat lehnt eigene Weisung ab, Genf: Medizinisch-rechtliche Konsultation der HUG für Gewaltopfer ohne Anzeige
Nachtleben: Meldewellen ohne Nachweis, Prävention über Branche und Eigenverantwortung
Muster über die Jahre
Quellen
- La droga dello stupro in RomandiaRSI, 2021-11-05
Eintrag 2021-11-05_rsi-la-droga-dello-stupro-in-romandia-geruchte-ohne-bestatigte-falle. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.