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Politik

Jura: Regierung beantwortet Schriftliche Frage zu GHB-Intoxikationen (QE 3435)

Grossrätin Pauline Christ Hostettler (PS) reichte die Schriftliche Frage Nr. 3435 «Intoxications au GHB: quelles mesures dans le Jura?» ein. Die Regierung antwortete am 1. Februar 2022. Verdachtsfälle auf unfreiwillige GHB-Einnahme seien im Jura sehr selten. Der Staatsanwaltschaft sei in den letzten Jahren ein einziger Fall gemeldet worden: eine mögliche unfreiwillige Intoxikation einer Frau im Juli 2020 an einem privaten Fest. Die Untersuchung lief noch, eine unfreiwillige Einnahme war nicht erwiesen. Eine kantonale Statistik gibt es wegen der tiefen Fallzahl nicht. Die Polizeidatenbank Infopol erfasst aber Fälle und Verdachtsfälle. Das CURML sucht seit gut einem Jahr bei allen Analysen systematisch nach GHB, auch bei Proben aus dem Jura. Eine eigene Präventionskampagne gab es nicht. Die Seite «Prévention» von OXYJEUNES.CH sollte neu über GHB informieren. Verschlechtert sich die Lage, ist eine Kampagne über die Kantonspolizei, Addiction Jura oder die Fondation O2 möglich. Staatsanwaltschaft, Kantonspolizei und Hôpital du Jura haben ein Protokoll für die rechtsmedizinische Versorgung vereinbart, wie bei Opfern sexueller Gewalt. Betroffene können die kostenlose und vertrauliche Beratung der LAVI-Stelle beanspruchen. Die Regierung hält die Rechtsgrundlagen für ausreichend und will vorerst nicht beim Bund intervenieren.

Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.

Beteiligte

NameRolleFunktionPartei
Pauline Christ HostettlerFragestellerinMitglied des Parlaments des Kantons JuraPS
nicht genanntAntwortende BehördeRegierung des Kantons Jura

Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen

Die Antwort steht für die Lage in kleinen Kantonen um 2021/2022: ein einziger gemeldeter Verdachtsfall, keine eigene Statistik, dafür Verweise auf Rechtsmedizin, Opferhilfe und Prävention. Die Regierung schliesst aus den Daten von Infopol und CURML auf eine sehr tiefe Fallzahl. Ob die Zahl die tatsächliche Häufigkeit abbildet, lässt die Antwort offen. Dafür spielt auch das kurze Nachweisfenster von GHB eine Rolle. Bemerkenswert ist das Protokoll zwischen Strafverfolgung und Spital.

Zusammenhänge

Waadt: von der Interpellation Genoud zur systematischen GHB-Suche

belegt, Vorstoss führt zu Behördenpraxis

Auf die Interpellation Genoud (20_INT_10) kündigte der Staatsrat in seiner Antwort (20_REP_48) die systematische GHB-Suche an. Das CURML setzt sie seit 1.1.2021 um. Die Lausanner Stadtregierung übernimmt die CURML-Zahlen in ihre Antwort von 2024, die auch Label Nuit und Drink Watch nennt. Die Jura-Regierung verweist 2022 auf dieselbe Praxis des CURML.

Weitere Einträge: Waadtländer Staatsrat: seit 2017 zwei bestätigte Fälle unfreiwilliger GHB-Intoxikation, CURML/CHUV: Systematische GHB-Suche in 815 forensischen Proben 2021 (Waadt), Lausanne: 39 gemeldete Verdachtsfälle 2022, kein einziger positiver Befund, Lausanne subventioniert 4'000 Glasdeckel «Drink Watch» für Bars und Clubs, Lausanne: Qualitätscharta «Label Nuit» für Nachtlokale, Anschubhilfe der Stadt 2018 bis 2020

Keine Statistik und gegenseitiger Verweis zwischen Bund und Kantonen

Muster über die Jahre

Zum Muster

Quellen

  1. Question écrite no 3435, Réponse du GouvernementRépublique et Canton du Jura, 2022-02-01

Eintrag 2022-02-01_jura-regierung-beantwortet-schriftliche-frage-zu-ghb-intoxikationen-qe-3435. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.