K.O.-Tropfen in der SchweizDas journalistische Gewissen

Politik

Waadtländer Staatsrat: seit 2017 zwei bestätigte Fälle unfreiwilliger GHB-Intoxikation

In seiner Antwort auf die Interpellation von Grossrätin Alice Genoud («20 ans de GHB et toujours pas de solution pour les victimes ?», 20_INT_10) hielt der Staatsrat fest, seit 2017 seien zwei bestätigte Fälle erfasst worden; die Zahl sei nicht vollständig, weil nicht alle Betroffenen den Notfall oder die Polizei aufsuchten. GHB soll bei rechtsmedizinischen Abklärungen von Verhaltensänderungen künftig systematisch gesucht werden. Personen, die eine unbemerkte Intoxikation vermuten, sollen ohne Vorverurteilung empfangen und betreut werden. Die bestehende Prävention über das Programm NightLife Vaud wird mit einer eigenen Kampagne verstärkt. Anlass waren Verdachtsfälle, die im Sommer 2020 in sozialen Netzwerken und Medien diskutiert wurden. Im Grossen Rat begrüsste die Interpellantin die Antwort und regte eine Bilanz nach rund einem Jahr an.

Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.

Beteiligte

NameRolleFunktionPartei
Alice GenoudInterpellantinGrossrätin VDGrüne
nicht genanntAntwortConseil d'Etat VD

Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen

Die Antwort kündigt die systematische GHB-Suche bei rechtsmedizinischen Abklärungen an. Ein direkter Zusammenhang mit der späteren CURML-Arbeit ist durch die vorliegenden Quellen nicht belegt.

Verbindungen

CURML-Studie 2022.

Zusammenhänge

Waadt: von der Interpellation Genoud zur systematischen GHB-Suche

belegt, Vorstoss führt zu Behördenpraxis

Auf die Interpellation Genoud (20_INT_10) kündigte der Staatsrat in seiner Antwort (20_REP_48) die systematische GHB-Suche an. Das CURML setzt sie seit 1.1.2021 um. Die Lausanner Stadtregierung übernimmt die CURML-Zahlen in ihre Antwort von 2024, die auch Label Nuit und Drink Watch nennt. Die Jura-Regierung verweist 2022 auf dieselbe Praxis des CURML.

Weitere Einträge: CURML/CHUV: Systematische GHB-Suche in 815 forensischen Proben 2021 (Waadt), Lausanne: 39 gemeldete Verdachtsfälle 2022, kein einziger positiver Befund, Lausanne subventioniert 4'000 Glasdeckel «Drink Watch» für Bars und Clubs, Lausanne: Qualitätscharta «Label Nuit» für Nachtlokale, Anschubhilfe der Stadt 2018 bis 2020, Jura: Regierung beantwortet Schriftliche Frage zu GHB-Intoxikationen (QE 3435)

Lausanne 2020: Porchet in Bern, Genoud im Grossen Rat

Arbeitshypothese, Möglicher gleicher Anlass

Arbeitshypothese. Im September 2020 schreibt Porchet von einer Häufung in Lausanne. Genoud nennt Verdachtsfälle, die im Sommer 2020 in sozialen Netzwerken und Medien diskutiert wurden. Dass beide sich auf dieselben Fälle beziehen, belegen die Quellen nicht.

Weitere Einträge: Fragestunde 20.5521 Porchet: Angriffe mit GHB. Welche Anpassung des gesetzlichen Rahmens?

Keine Statistik und gegenseitiger Verweis zwischen Bund und Kantonen

Muster über die Jahre

Zum Muster

Quellen

  1. Cas suspects d'intoxications involontaires au GHBEtat de Vaud, Décisions du Conseil d'Etat, 2021-01-27
  2. Séance du Grand Conseil, point GHB (20_REP_48 / 20_INT_10)Grand Conseil VD, 2021-02-09

Eintrag 2021-01-27_waadtlander-staatsrat-seit-2017-zwei-bestatigte-falle-unfreiwilliger-ghb-intoxik. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.