Berichte
Lausanne: 39 gemeldete Verdachtsfälle 2022, kein einziger positiver Befund
Im Rapport-préavis 2024/18 vom 18. April 2024 antwortet die Lausanner Stadtregierung auf das Postulat von Olivia Fahmy (POS21/084). Das Postulat wurde am 30. November 2021 eingereicht und am 7. Dezember 2021 im Gemeinderat behandelt. 2022 wurden der Polizei 39 Verdachtsfälle gemeldet. In keinem Fall wies ein Screening GHB oder andere toxische Substanzen nach, und meist liessen sich auch keine Einstichspuren feststellen. Der Bericht übernimmt die CURML-Zahlen 2021: 60 Fälle in der Kategorie «agression sexuelle, suspicion soumission chimique, black-out», 77 Prozent Frauen, Durchschnittsalter 23 Jahre, ein GHB-positiver Fall. Der Notfalldienst des CHUV hat ein eigenes Protokoll für alle Verdachtsfälle chemischer Unterwerfung, und die Unité de médecine des violences kann beigezogen werden. Im Rahmen einer Präventionskampagne mit «Label Nuit» subventionierte die Stadt ab Februar 2022 4000 Glasabdeckungen («drink watch»). Der Gemeinderat genehmigte das Geschäft am 5. Mai 2026.
Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.
Beteiligte
| Name | Rolle | Funktion | Partei |
|---|---|---|---|
| Olivia Fahmy | Postulantin | Gemeinderätin Lausanne | |
| nicht genannt | Antwort | Municipalité de Lausanne |
Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.
Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen
Der Bericht erklärt die Nullbefunde 2022 unter anderem damit, dass GHB schon nach wenigen Stunden nicht mehr nachweisbar ist. Er hält zugleich fest, dass das Fehlen von Spuren mit der CURML-Studie 2021 übereinstimmt. Aus den Nullbefunden folgt deshalb nicht, dass keine Betäubungen stattfanden.
Verbindungen
CURML-Studie 2022; Balélec 2022; Festivals 2022.
Zusammenhänge
Waadt: von der Interpellation Genoud zur systematischen GHB-Suche
belegt, Vorstoss führt zu Behördenpraxis
Auf die Interpellation Genoud (20_INT_10) kündigte der Staatsrat in seiner Antwort (20_REP_48) die systematische GHB-Suche an. Das CURML setzt sie seit 1.1.2021 um. Die Lausanner Stadtregierung übernimmt die CURML-Zahlen in ihre Antwort von 2024, die auch Label Nuit und Drink Watch nennt. Die Jura-Regierung verweist 2022 auf dieselbe Praxis des CURML.
Weitere Einträge: Waadtländer Staatsrat: seit 2017 zwei bestätigte Fälle unfreiwilliger GHB-Intoxikation, CURML/CHUV: Systematische GHB-Suche in 815 forensischen Proben 2021 (Waadt), Lausanne subventioniert 4'000 Glasdeckel «Drink Watch» für Bars und Clubs, Lausanne: Qualitätscharta «Label Nuit» für Nachtlokale, Anschubhilfe der Stadt 2018 bis 2020, Jura: Regierung beantwortet Schriftliche Frage zu GHB-Intoxikationen (QE 3435)
Nachtleben: Meldewellen ohne Nachweis, Prävention über Branche und Eigenverantwortung
Muster über die Jahre
Quellen
- Rapport-préavis N° 2024/18, Réponse au postulat Olivia FahmyVille de Lausanne, 2024-04-18
- Affaire POS21/084Ville de Lausanne
- Lausanne offers drink covers to combat drug rape riskLe News, 2022-02-11
Eintrag 2024-04-18_lausanne-39-gemeldete-verdachtsfalle-2022-kein-einziger-positiver-befund. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.