Berichte
Zürich: Aufsuchender Dienst Forensic Nurses (ADFN), Spurensicherung ohne Anzeige
Der Kanton Zürich betreibt seit Frühjahr 2024 den Aufsuchenden Dienst Forensic Nurses (ADFN) am Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich (IRM-UZH). Laut Kantonsseite fand vor dem 1. April 2024 eine forensische Untersuchung nur statt, wenn das Opfer die Polizei beizog. Speziell ausgebildete Pflegefachpersonen sind für alle Notfallstationen der Spitäler im Kanton im Einsatz, rund um die Uhr erreichbar und sichern Spuren auch ohne Anzeige. Die Spurensicherung ist kostenlos, gesicherte Spuren werden 15 Jahre aufbewahrt. Laut Regierungsrat (RRB 615/2025) sichern die Forensic Nurses auch Blut-, Urin- oder Haarproben für mögliche spätere genetische und forensisch-toxikologische Analysen; wird von Beginn an Anzeige erstattet, übernehmen Ärztinnen und Ärzte des IRM-UZH. Laut Kanton verzeichnete der Dienst von April bis Dezember 2024 279 forensische Untersuchungen und Telefonberatungen, 2025 512 Fälle; in 45 von 345 forensisch untersuchten Fällen wurde nachträglich Anzeige erstattet. Der Stadtrat Luzern nennt für das erste Betriebsjahr rund 200 Spurensicherungen und etwa 170 telefonische Unterstützungen. Das Pilotprojekt läuft bis Ende 2026; mit RRB 430/2026 (Medienmitteilung vom 23. April 2026) wird der Dienst ab 2027 in den Dauerbetrieb überführt und für 2027 bis 2030 finanziert.
Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.
Beteiligte
| Name | Rolle | Funktion | Partei |
|---|---|---|---|
| Mandy Abou Shoak | Einreicherin der Anfrage KR-Nr. 86/2025 | Kantonsrätin Zürich |
Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.
Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen
Im Zürcher Modell sichern ohne Anzeige Pflegefachpersonen, nicht Rechtsmedizinerinnen und Rechtsmediziner, die Spuren. Für K.O.-Fälle entscheidend ist, ob toxikologische Proben ohne Anzeige zeitnah analysiert oder nur gelagert werden; der RRB spricht von Proben für «mögliche spätere» Analysen, eine zeitnahe Analyse ohne Anzeige geht aus den Quellen nicht hervor. Die Zählweisen von Kanton (Kalenderjahre) und Stadtrat Luzern (erstes Betriebsjahr) unterscheiden sich.
Verbindungen
Referenzmodell für Luzern (Postulat 82, Stadt Luzern).
Zusammenhänge
Kantonale Vorstösse 2025 derselben Partei: Überschneidungen
belegt, Gleiche Partei, gleiche Welle
Abou Shoak (ZH), Brandenburger (BS) und Hunziker/Müller (AG), alle SP, erscheinen je in mehreren Einträgen, die sich auf dieselben Antworten stützen; es sind verschiedene Personen. Grundlage sind Blick vom 22.4.2025, Beobachter vom 17.7.2025 und die Regierungsantworten. Abou Shoak ist zudem als Einreicherin der Anfrage zum ADFN genannt. Zwischen diesen Einträgen gibt es inhaltliche Überschneidungen.
Weitere Einträge: SP-Vorstösse in Zürich, Basel-Stadt und Aargau zu K.O.-Tropfen, ZH Anfrage 86/2025 Abou Shoak: Was tut der Kanton Zürich gegen chemische Unterwerfung? Antwort mit Haaranalysen 2020 bis 2025, BS 25.5131 Interpellation Brandenburger: Chemische Unterwerfung, Ausprägung, Massnahmen, Sensibilisierung und Opferschutz, AG 25.76 Interpellation Hunziker/Müller: Chemische Unterwerfung im Kanton Aargau, Beobachter 2025: Kantonsvergleich Aargau, Basel-Stadt, Zürich, Kantonale Vorstösse zur «chemischen Unterwerfung» mit ausdrücklichem Bezug auf Pelicot
Zürcher Forensic Nurses als Referenzmodell
belegt, Vorbild und Folgegeschäft
Auf den ADFN beziehen sich mehrere Einträge: die Antwort des Regierungsrats (RRB 615/2025), die Stellungnahme des Stadtrats Luzern und die Fristerstreckung für die Motion Rigoni. Diese Fristerstreckung beantragte der Regierungsrat ausdrücklich mit Hinweis auf das Pilotprojekt.
Weitere Einträge: ZH Anfrage 86/2025 Abou Shoak: Was tut der Kanton Zürich gegen chemische Unterwerfung? Antwort mit Haaranalysen 2020 bis 2025, Luzern: Keine strukturierte vertrauliche Spurensicherung, Postulat erheblich erklärt, ZH Motion 323/2021 Rigoni: Einrichtung von Krisenzentren für Opfer sexueller Gewalt
Spurensicherung ohne Anzeige: Flickenteppich, Kosten, Bundesrevision hängig
Muster über die Jahre
Quellen
- Opferbetreuung durch Forensic NursesKanton Zürich
- RRB 615/2025, Anfrage «Was tut der Kanton Zürich gegen das Phänomen der chemischen Unterwerfung von Opfern?» (KR-Nr. 86/2025)Regierungsrat Kanton Zürich, 2025-06-11
- Stellungnahme zum Postulat 82 (StB 668)Stadtrat Luzern, 2025-09-10
- Zürcher Modell «Aufsuchender Dienst Forensic Nurses» wird dauerhaft verankertKanton Zürich, 2026-04-23
Eintrag 2024-04-01_zurich-aufsuchender-dienst-forensic-nurses-adfn-spurensicherung-ohne-anzeige. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.