Berichte
Beobachter 2025: Kantonsvergleich Aargau, Basel-Stadt, Zürich
Der Beobachter vergleicht die Regierungsantworten auf Vorstösse in drei Kantonen. Aargau stuft K.O.-Tropfen als «seltenes Phänomen» ein, sieht keinen Bedarf für neue Massnahmen und setzt auf Rechtsmedizin, Opferberatung und Polizei. Basel-Stadt bezeichnet sie als «ernst zu nehmendes Phänomen», behält die Forensic Nurses am Universitätsspital bei, prüft zusätzliche Massnahmen und will Erfahrungen aus dem Gewaltschutzkonzept des Eurovision Song Contest nutzen. Zürich verweist auf das Pilotprojekt mit mobilen Forensic Nurses. In Zürich wurden nach Sexualdelikten im Vorjahr 18 Haaranalysen auf psychoaktive Substanzen gemacht, 2020 waren es sechs. Untersucht wird so nur ein Bruchteil der Verdachtsfälle. Die Basler Opferberatung meldet mehr Anfragen und geht von einer hohen Dunkelziffer aus. Mandy Abou Shoak (SP, ZH) fordert einen Gesamtplan aus Prävention, Beweissicherung und statistischer Erfassung und bereitet dazu ein Postulat vor. Jessica Brandenburger (SP, BS) fordert eine systematische Erfassung der Fälle und eine Sensibilisierung von Polizei und Spitalpersonal.
Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.
Beteiligte
| Name | Rolle | Funktion | Partei |
|---|---|---|---|
| Mandy Abou Shoak | Politikerin | Kantonsrätin Zürich | SP |
| Jessica Brandenburger | Politikerin | Grossrätin Basel-Stadt | SP |
Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.
Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen
Die Zahlen zu den Haaranalysen im Beobachter (2020: 6, Vorjahr: 18) weichen von der Antwort des Regierungsrats ab (RRB 615/2025: 2020 neun, 2024 21). Die Aargauer Regierungsantwort selbst wurde nicht eingesehen.
Verbindungen
Folgt auf Blick 22.4.2025 und RRB 615/2025.
Zusammenhänge
Kantonale Vorstösse 2025 derselben Partei: Überschneidungen
belegt, Gleiche Partei, gleiche Welle
Abou Shoak (ZH), Brandenburger (BS) und Hunziker/Müller (AG), alle SP, erscheinen je in mehreren Einträgen, die sich auf dieselben Antworten stützen; es sind verschiedene Personen. Grundlage sind Blick vom 22.4.2025, Beobachter vom 17.7.2025 und die Regierungsantworten. Abou Shoak ist zudem als Einreicherin der Anfrage zum ADFN genannt. Zwischen diesen Einträgen gibt es inhaltliche Überschneidungen.
Weitere Einträge: SP-Vorstösse in Zürich, Basel-Stadt und Aargau zu K.O.-Tropfen, ZH Anfrage 86/2025 Abou Shoak: Was tut der Kanton Zürich gegen chemische Unterwerfung? Antwort mit Haaranalysen 2020 bis 2025, BS 25.5131 Interpellation Brandenburger: Chemische Unterwerfung, Ausprägung, Massnahmen, Sensibilisierung und Opferschutz, AG 25.76 Interpellation Hunziker/Müller: Chemische Unterwerfung im Kanton Aargau, Kantonale Vorstösse zur «chemischen Unterwerfung» mit ausdrücklichem Bezug auf Pelicot, Zürich: Aufsuchender Dienst Forensic Nurses (ADFN), Spurensicherung ohne Anzeige
Aargau: Regierungsantwort 2025 und Gerichtsakten
belegt, Gleicher Kanton, Behördenantwort und Gerichtsakten im Vergleich
Im Mai 2025 schrieb der Regierungsrat, der Kantonspolizei sei in den letzten Jahren nur ein Fall bekannt geworden, und nannte K.O.-Tropfen ein «seltenes Phänomen». Asservate ohne Anzeige werden nach einem Jahr entsorgt, eine Statistik gibt es nicht. Die Gerichtsakten zeigen mehrere Verfahren mit GHB/GBL, die zwischen 2016 und 2018 beurteilt wurden (Taten 2010 bis 2013). Zwei 2026 hängige Verfahren sagen über die Häufigkeit nichts aus; die Anklage gegen Frei wurde erst im Juli 2026 öffentlich, und für beide gilt die Unschuldsvermutung.
Weitere Einträge: AG 25.76 Interpellation Hunziker/Müller: Chemische Unterwerfung im Kanton Aargau, GBL im Milchshake: Bundesgericht bestätigt Verurteilung wegen versuchter Vergewaltigung, GHB gegen Ex-Partnerin, heimlich gefilmt: Verurteilung wegen mehrfacher Vergewaltigung bestätigt, Aargau 2023 bis 2026: Anklage gegen früheren SVP-Grossrat Patrick Frei, u.a. wegen mehrfach versuchten Mordes durch K.O.-Tropfen, Zweiter Aargauer Fall: Mann soll minderjährige Freundin jahrelang mit GBL betäubt und gefilmt haben
Zürich: Stadtpolizei zählt, Kanton erfasst nicht gesondert
belegt, Gleicher Kanton, unterschiedliche Erfassung
Laut Tsüri registrierte die Stadtpolizei Zürich 2024 35 Betroffene. Für 2014 bis 2019 waren es 142 Vorfälle, davon 37 % Männer. Laut Regierungsrat erfassen Kantonspolizei, Staatsanwaltschaft und Opferberatung chemische Unterwerfung nicht gesondert. Die Zahl der Haaranalysen in der Antwort des Regierungsrats deckt sich mit den Angaben des Beobachters (2020: 6 bei Sexualdelikten, im Vorjahr 18).
Weitere Einträge: Tsüri 2025: Stadtpolizei Zürich 35 Fälle 2024, Kosten umfassender Analysen 1500 bis 2000 Franken, ZH Anfrage 86/2025 Abou Shoak: Was tut der Kanton Zürich gegen chemische Unterwerfung? Antwort mit Haaranalysen 2020 bis 2025
Quellen
- K.-o.-Tropfen: Politiker fordern systematische Erfassung der Fälle und Prävention bei MännernBeobachter, 2025-07-17
Eintrag 2025-07-17_beobachter-2025-kantonsvergleich-aargau-basel-stadt-zurich. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.