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ZH Anfrage 86/2025 Abou Shoak: Was tut der Kanton Zürich gegen chemische Unterwerfung? Antwort mit Haaranalysen 2020 bis 2025

KR-Nr. 86/2025: Anfrage von Kantonsrätin Mandy Abou Shoak (SP, Zürich), mitunterzeichnet von Ratsmitgliedern aus AL, Grünen, EVP, GLP, Mitte, FDP und SVP, eingereicht am 24.03.2025. Sie fragt nach Zahlen, der Beurteilung durch den Regierungsrat, spezialisierten Stellen, der Anordnung von Analysen (Haaranalysen) und nach Prävention. Antwort des Regierungsrats vom 11.06.2025 (RRB 615): Weder Kantonspolizei noch Staatsanwaltschaft noch Opferberatung erfassen chemische Unterwerfung gesondert. Die Fälle laufen als Vergewaltigung oder Schändung bzw. unter Art. 191 StGB. Als Substanzen nennt der Regierungsrat Alkohol, Benzodiazepine, GHB, GBL und Ketamin. Die Rolle des Alkohols werde in der öffentlichen Wahrnehmung häufig unterschätzt. Er verweist auf Bezugskontrollen und die Meldepflichten der Apotheken. Seit Frühling 2024 läuft am IRM-UZH das Pilotprojekt «Aufsuchender Dienst Forensic Nurses» (ADFN). Es sichert Spuren und Proben, wenn Betroffene auf eine Anzeige verzichten. Die Kantonspolizei hat für schwere Sexualdelikte einen spezialisierten Pikettdienst. Er rückt rund um die Uhr aus, wenn das Ereignis höchstens 72 Stunden vor der Anzeige stattfand. Gelingt die Sicherung von Blut und Urin innert 6 bis 8 Stunden, längstens 12 Stunden, wird der Beweis darüber geführt. Gelingt sie nicht, «was den Regelfall darstellt», versucht man den Nachweis über Haarproben und ein Gutachten des IRM-UZH, namentlich für GHB. Haaranalysen in Fällen mit psychoaktiven Substanzen (in Klammern der Anteil Sexualdelikte): 2020: 9 (67 %), 2021: 17 (88 %), 2022: 21 (81 %), 2023: 23 (83 %), 2024: 21 (86 %), 2025 bis 10. April: 7 (71 %). Insgesamt betreffen rund 80 % Sexualdelikte, der Rest Raub oder Körperverletzung mit K.O.-Mitteln. Forensische Toxikologinnen und Toxikologen absolvieren eine von der SGRM anerkannte, mindestens fünfjährige Weiterbildung.

Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.

Beteiligte

NameRolleFunktionPartei
Mandy Abou ShoakErstunterzeichnerinKantonsrätin ZHSP
nicht genanntAntwortende BehördeRegierungsrat Kanton Zürich, auf Antrag der Direktion der Justiz und des Innern

Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen

Die Anfrage ist breit und überparteilich abgestützt. Mit dem ADFN hat Zürich bereits ein Modell, das Spuren unabhängig von einer Anzeige sichert. Die Antwort belegt amtlich, dass es keine Fallstatistik gibt. Die Haaranalysen zeigen nur einen Ausschnitt der Verdachtsfälle, und der Anteil positiver Befunde wird nicht ausgewiesen. Der Beobachter nannte für 2024 18 Fälle, der RRB 21 Haaranalysen. Rechnerisch entspricht die Zahl 18 dem Anteil Sexualdelikte von 86 %.

Verbindungen

ZH 323/2021; 25.080; die Anfrage verweist auf den Fall Pelicot in Frankreich; vgl. Beobachter 17.7.2025 und Blick 22.4.2025.

Zusammenhänge

Kantonale Vorstösse 2025 derselben Partei: Überschneidungen

belegt, Gleiche Partei, gleiche Welle

Abou Shoak (ZH), Brandenburger (BS) und Hunziker/Müller (AG), alle SP, erscheinen je in mehreren Einträgen, die sich auf dieselben Antworten stützen; es sind verschiedene Personen. Grundlage sind Blick vom 22.4.2025, Beobachter vom 17.7.2025 und die Regierungsantworten. Abou Shoak ist zudem als Einreicherin der Anfrage zum ADFN genannt. Zwischen diesen Einträgen gibt es inhaltliche Überschneidungen.

Weitere Einträge: SP-Vorstösse in Zürich, Basel-Stadt und Aargau zu K.O.-Tropfen, BS 25.5131 Interpellation Brandenburger: Chemische Unterwerfung, Ausprägung, Massnahmen, Sensibilisierung und Opferschutz, AG 25.76 Interpellation Hunziker/Müller: Chemische Unterwerfung im Kanton Aargau, Beobachter 2025: Kantonsvergleich Aargau, Basel-Stadt, Zürich, Kantonale Vorstösse zur «chemischen Unterwerfung» mit ausdrücklichem Bezug auf Pelicot, Zürich: Aufsuchender Dienst Forensic Nurses (ADFN), Spurensicherung ohne Anzeige

Zürcher Forensic Nurses als Referenzmodell

belegt, Vorbild und Folgegeschäft

Auf den ADFN beziehen sich mehrere Einträge: die Antwort des Regierungsrats (RRB 615/2025), die Stellungnahme des Stadtrats Luzern und die Fristerstreckung für die Motion Rigoni. Diese Fristerstreckung beantragte der Regierungsrat ausdrücklich mit Hinweis auf das Pilotprojekt.

Weitere Einträge: Zürich: Aufsuchender Dienst Forensic Nurses (ADFN), Spurensicherung ohne Anzeige, Luzern: Keine strukturierte vertrauliche Spurensicherung, Postulat erheblich erklärt, ZH Motion 323/2021 Rigoni: Einrichtung von Krisenzentren für Opfer sexueller Gewalt

Zürich: Stadtpolizei zählt, Kanton erfasst nicht gesondert

belegt, Gleicher Kanton, unterschiedliche Erfassung

Laut Tsüri registrierte die Stadtpolizei Zürich 2024 35 Betroffene. Für 2014 bis 2019 waren es 142 Vorfälle, davon 37 % Männer. Laut Regierungsrat erfassen Kantonspolizei, Staatsanwaltschaft und Opferberatung chemische Unterwerfung nicht gesondert. Die Zahl der Haaranalysen in der Antwort des Regierungsrats deckt sich mit den Angaben des Beobachters (2020: 6 bei Sexualdelikten, im Vorjahr 18).

Weitere Einträge: Tsüri 2025: Stadtpolizei Zürich 35 Fälle 2024, Kosten umfassender Analysen 1500 bis 2000 Franken, Beobachter 2025: Kantonsvergleich Aargau, Basel-Stadt, Zürich

Das Nachweisfenster entscheidet über den Verfahrensausgang

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«Alkohol statt K.O.-Tropfen»: Entwarnung in Behörden und Medien, Ersatzbegründung vor Gericht

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Die Haaranalyse verlängert den Nachweis, beweist aber keinen Zeitpunkt

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Keine Statistik und gegenseitiger Verweis zwischen Bund und Kantonen

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Quellen

  1. https://www.kantonsrat.zh.ch/geschaefte/geschaeft/?id=8058a17de3694c8980d83e2e87e1bcc6Kantonsrat Zürich, Geschäftsdatenbank
  2. https://parlzhcdws.cmicloud.ch/parlzh5/cdws/Index/GESCHAEFT/searchdetails?q=krnr%20any%20%2286/2025%22&l=de-CHKantonsrat Zürich, Datenschnittstelle
  3. Anfrage: Was tut der Kanton Zürich gegen das Phänomen der chemischen Unterwerfung von Opfern?Regierungsrat Kanton Zürich, 2025-06-11
  4. Missbrauch mit K.-o.-Tropfen: Politikerinnen machen DruckBeobachter, 2025-07-17

Eintrag 2025-03-24_zh-anfrage-86-2025-abou-shoak-was-tut-der-kanton-zurich-gegen-chemische-unterwer. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.