K.O.-Tropfen in der SchweizDas journalistische Gewissen

Urteile

Urteil von Avignon im Fall Pelicot (Mazan): 51 Schuldsprüche, 20 Jahre für den Hauptangeklagten

Das Strafgericht in Avignon sprach Dominique Pelicot der schweren Vergewaltigung seiner damaligen Ehefrau schuldig und verhängte die Höchststrafe von 20 Jahren. Laut SRF hatte er sie fast zehn Jahre lang mit Medikamenten betäubt und von Dutzenden fremden Männern missbrauchen lassen. Der Fall flog 2020 auf, als die Polizei auf seinem Computer Hunderte Fotos und Videos fand. Das Gericht sprach auch alle 50 Mitangeklagten schuldig, mit Strafen zwischen 3 und 15 Jahren. Dominique Pelicot verzichtete auf eine Berufung. Die Geschädigte hatte sich bewusst für einen öffentlichen Prozess entschieden. SRF und ZDFheute berichteten am Urteilstag, Blick über den Berufungsverzicht.

Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.

Beteiligte

NameRolleFunktionPartei
Dominique PelicotHauptangeklagter, rechtskräftig verurteilt
Gisèle PelicotGeschädigte, hat bewusst auf Anonymität verzichtet und den öffentlichen Prozess verlangt
nicht genannt50 Mitangeklagte, rechtskräftig verurteilt

Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen

Der Prozess ist ein zentraler Bezugspunkt der Schweizer Debatte. Zahlreiche Schweizer Vorstösse und Medienbeiträge seit 2025 beziehen sich ausdrücklich auf ihn. Er verschob den Blick vom Nachtleben (K.O.-Tropfen im Club) auf den Nahraum: Der Täter ist der Partner, die Mittel sind Medikamente aus der Hausapotheke. Für die Schweiz zentral: Ein vergleichbarer Fall würde hier nach Art. 191 StGB und den revidierten Sexualdelikten beurteilt. Eine eigene statistische Erfassung der chemischen Unterwerfung gibt es nicht.

Verbindungen

Grundlage für: SRF DOK 2025, RTS Temps présent 2025, kantonale Vorstösse 2025, UVG-Vorlage 2026, Europol Medusa 2026.

Zusammenhänge

Fall Pelicot und RTS «Temps présent»

Arbeitshypothese, Medienrezeption

Arbeitshypothese. Der RTS-Eintrag führt «Mazan» als Schlagwort und nennt die direkte Rezeption von Pelicot als Verbindung. Ob die Sendung den Fall ausdrücklich behandelt, zeigt die Zusammenfassung des Eintrags aber nicht.

Weitere Einträge: RTS «Temps présent» und RSI: Betroffene chemischer Unterwerfung in der Schweiz brechen das Schweigen

Quellen

  1. Vergewaltigungsprozess: Ex-Ehemann von Gisèle Pelicot schuldig gesprochenSRF, 2024-12-19
  2. Vergewaltigungsprozess Pelicot: Das Gericht hat geurteilt, fernab der berechtigten WutSRF, 2024-12-19
  3. Fall Pelicot: Ex-Mann zu 20 Jahren Haft verurteiltZDFheute, 2024-12-19
  4. Missbrauchsprozess von Avignon: Dominique Pelicot nimmt Strafe anBlick, 2024-12-30
  5. Fall Pelicot: Nur einer der Verurteilten will BerufungORF
  6. Verurteilter Pelicot-Vergewaltiger akzeptiert HaftstrafeORF, 2025-10

Eintrag 2024-12-19_urteil-von-avignon-im-fall-pelicot-mazan-51-schuldspruche-20-jahre-fur-den-haupt. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.