K.O.-Tropfen in der SchweizDas journalistische Gewissen

Kampagnen

Zürich: «Zürich schaut hin» mit Meldetool und Werkzeugkoffer für Bars und Clubs

Die Stadt Zürich führt das departementsübergreifende Projekt «Zürich schaut hin» gegen sexuelle und sexistische Belästigung sowie Homo- und Transfeindlichkeit im öffentlichen Raum und im Nachtleben. Den Auftrag erteilten Stadtpräsidentin Corine Mauch und Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart 2019. Das anonyme Online-Meldetool ist seit Mai 2021 online; bis Ende September 2021 gingen rund 700 Meldungen ein, bis Juni 2023 fast 1'700. Eine Sotomo-Befragung im Auftrag der Stadt ergab, dass Übergriffe am häufigsten in Bars und Clubs vorkommen, danach an Festen und Festivals sowie auf Strassen und Plätzen; mehr als ein Drittel der Frauen zwischen 16 und 35 erlebt im Ausgang nach 22 Uhr oft unangenehme oder übergriffige Situationen. Eine Erhebung der Bar & Club Kommission bei ihren Mitgliedern erfasste die bestehenden Abläufe der Betriebe. Mit der Bar & Club Kommission Zürich, GastroZürich-City und der Offenen Jugendarbeit entstand in zwei Workshops ein «Werkzeugkoffer» mit Handlungsanleitungen und Merkblättern für Betriebe, der in Pilotbetrieben (u.a. Club Kauz) getestet wurde; Schulungen waren für Frühjahr 2022 geplant. Weitere Massnahmen: Weiterbildungstag für Polizei und Jugendarbeit (September 2021), Forumtheater «Courage konkret» für Schulen, Selbstverteidigungskurse.

Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.

Beteiligte

NameRolleFunktionPartei
Stadt ZürichTrägerin
Corine MauchAuftraggeberinStadtpräsidentin ZürichSP
Karin RykartAuftraggeberinVorsteherin Sicherheitsdepartement Stadt ZürichGrüne
Bar & Club Kommission ZürichPartnerin
GastroZürich-CityPartnerin
Offene Jugendarbeit ZürichPartnerin
SotomoAuftragnehmerin Befragung

Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen

Frühes und breit angelegtes städtisches Programm gegen Belästigung im Nachtleben, das andere Städte übernommen haben (Bern 2023, Luzern 2024). K.O.-Tropfen sind in den Quellen nicht eigens Thema; der Fokus liegt auf Belästigung und Zivilcourage.

Verbindungen

Bern übernahm Slogan und Meldetool im April 2023 («Bern schaut hin»). Am Caliente 2023 verbreiteten Banner und Kleber die Botschaften von «Zürich schaut hin»; parallel lief dort die eigenständige Tattoo-Aktion «Give your Skin a Voice» von Caliente und Bar & Club Kommission.

Zusammenhänge

Zürich schaut hin, Bern schaut hin, Mille Grazie

belegt, Vorbild und Übernahme, Folgegeschäft

Bern übernahm 2023 Slogan und Meldetool aus Zürich. «Give your Skin a Voice» verband «Zürich schaut hin» mit Grossanlässen. Das Berner Pilotprojekt «Mille Grazie» wird nach dem Postulat Osmani/Hodel geprüft, das der Stadtrat 2026 erheblich erklärte.

Weitere Einträge: Bern: Kampagne «Bern schaut hin» mit Teilprojekt Nachtleben, Zürich: Tattoo-Kampagne «Give your Skin a Voice» gegen Belästigung an Festivals, Bern: Pilotprojekt «Mille Grazie» schult Clubpersonal gegen sexualisierte Gewalt, Berner Postulat Osmani/Hodel: «Mille Grazie» weiterführen, Awareness-Kampagne in Clubs, Präventionswissen als Bewilligungspflicht

Nachtleben: Meldewellen ohne Nachweis, Prävention über Branche und Eigenverantwortung

Muster über die Jahre

Zum Muster

Quellen

  1. Das Projekt «Zürich schaut hin» soll sexuelle Übergriffe verhindernNau.ch (Mitteilung Stadt Zürich), 2021-10-05
  2. https://www.stadt-zuerich.ch/de/aktuell/medienmitteilungen/2023/06/230626b.htmlStadt Zürich, Medienmitteilung, 2023-06-26
  3. Erhebung zum Vorgehen bei sexueller und sexistischer BelästigungStadt Zürich / Bar & Club Kommission Zürich, 2021-10
  4. Stadt Bern lanciert Meldetool «Bern schaut hin»plattformj.ch (Mitteilung Stadt Bern), 2023-04-24

Eintrag 2021-05_zurich-zurich-schaut-hin-mit-meldetool-und-werkzeugkoffer-fur-bars-und-clubs. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.