Politik
Berner Postulat Osmani/Hodel: «Mille Grazie» weiterführen, Awareness-Kampagne in Clubs, Präventionswissen als Bewilligungspflicht
Shasime Osmani und Dominique Hodel (SP) reichten am 22. Mai 2025 im Berner Stadtrat das Postulat «Prävention sexualisierter Gewalt im Berner Nachtleben» ein (2025.SR.0163). Es verlangt drei Prüfungen: erstens, wie sich die Stadt beim Kanton dafür einsetzen kann, dass die verantwortliche Person in Betrieben mit Überzeitbewilligung gestützt auf Art. 21 Abs. 1 lit. a Gastgewerbegesetz nachweislich Kenntnisse zur Prävention sexualisierter Gewalt hat; zweitens, ob das Pilotprojekt «Mille Grazie» weitergeführt und finanziert werden kann; drittens, ob eine städtische Sensibilisierungskampagne in Clubs und Bars als Ergänzung zu «Bern schaut hin» sinnvoll ist. Laut Begründung ist die Dunkelziffer insbesondere bei Fällen mit K.O.-Tropfen hoch, und es fehle ein einheitliches Konzept zum Umgang mit sexualisierter Gewalt und dem Einsatz von Betäubungsmitteln im Nachtleben. Das Büro des Stadtrats lehnte die Dringlichkeit ab. Der Gemeinderat beantragte am 12. November 2025 die Erheblicherklärung. Der Stadtrat erklärte das Postulat am 11. Juni 2026 mit 56 zu 5 Stimmen erheblich.
Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.
Beteiligte
| Name | Rolle | Funktion | Partei |
|---|---|---|---|
| Shasime Osmani | Erstunterzeichnerin | Stadträtin Bern | SP |
| Dominique Hodel | Erstunterzeichnerin | Stadträtin Bern | SP |
Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.
Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen
Der Vorstoss will Präventionswissen über das Gastgewerberecht verbindlich verankern und geht damit über freiwillige Kampagnen hinaus. Er verknüpft ausdrücklich Awareness im Nachtleben mit K.O.-Tropfen. Die deutliche Erheblicherklärung zeigt eine breite Unterstützung im Stadtrat.
Verbindungen
«Mille Grazie» (2023), «Bern schaut hin» (2023), Interpellation Dubler BE 251-2025 (bereits erfasst), Reitschule-Warnung August 2025 (bereits erfasst).
Zusammenhänge
Zürich schaut hin, Bern schaut hin, Mille Grazie
belegt, Vorbild und Übernahme, Folgegeschäft
Bern übernahm 2023 Slogan und Meldetool aus Zürich. «Give your Skin a Voice» verband «Zürich schaut hin» mit Grossanlässen. Das Berner Pilotprojekt «Mille Grazie» wird nach dem Postulat Osmani/Hodel geprüft, das der Stadtrat 2026 erheblich erklärte.
Weitere Einträge: Zürich: «Zürich schaut hin» mit Meldetool und Werkzeugkoffer für Bars und Clubs, Bern: Kampagne «Bern schaut hin» mit Teilprojekt Nachtleben, Zürich: Tattoo-Kampagne «Give your Skin a Voice» gegen Belästigung an Festivals, Bern: Pilotprojekt «Mille Grazie» schult Clubpersonal gegen sexualisierte Gewalt
Reitschule-Warnung 2025 und Berner Postulat Osmani/Hodel
Arbeitshypothese, Zeitliche und örtliche Nähe
Arbeitshypothese. Die Warnung der Reitschule erschien im August 2025, das Postulat war im Mai 2025 eingereicht worden. In der Begründung nennt das Postulat die hohe Dunkelziffer bei K.O.-Tropfen. Die Reitschule erwähnt es nicht.
Weitere Einträge: Reitschule Bern warnt nach «Wanna be Party» vor K.O.-Tropfen
Quellen
- Postulat 2025.SR.0163 mit Antrag des GemeinderatsStadt Bern, Ratsinformationssystem, 2025-11-12
- SRB Nr. 2026-123: Postulat Prävention sexualisierter Gewalt im Berner Nachtleben, ErheblicherklärungStadt Bern, Ratsinformationssystem, 2026-06-11
Eintrag 2025-05-22_berner-postulat-osmani-hodel-mille-grazie-weiterfuhren-awareness-kampagne-in-clu. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.