Berichte
Genf: Medizinisch-rechtliche Konsultation der HUG für Gewaltopfer ohne Anzeige
Die HUG eröffneten Anfang 2025 die kostenlose und vertrauliche Consultation médico-légale pour adultes victimes de violences (CMLV). Sie ist dem CURML angegliedert und wird als Mission d'intérêt général vom Departement für Gesundheit und Mobilität (DSM) finanziert, Budget im ersten Jahr 859'000 Franken. Die CMLV erstellt medizinisch-rechtliche Konstatate mit Fotos der Verletzungen, unabhängig von einer Anzeige, bei Gewalt im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz, in der Partnerschaft und in der Familie. Bis Ende 2024 erfolgten solche Konstatate am Notfall. Sexuelle Gewalt ist ausdrücklich ausgenommen: Frauen werden am gynäkologisch-geburtshilflichen Notfall, Männer am Erwachsenennotfall betreut. Eine Weiterverweisung an die Unité interdisciplinaire de médecine et de prévention de la violence (UIMPV) der HUG ist möglich.
Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.
Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen
Wegen des Ausschlusses sexueller Gewalt ist die CMLV für K.O.-Fälle mit sexuellem Hintergrund nicht zuständig. Eigene Recherche: Ein Genfer Protokoll zur toxikologischen Probenahme ohne Anzeige wurde nicht gefunden.
Verbindungen
Ergänzt La Harpe/Vlastos 2010.
Zusammenhänge
CURML als wiederkehrende Instanz in der Romandie
belegt, Gleiche Institution
Das CURML erscheint von 2010 bis 2026 in Verdachtsfällen, Urteilen, Studien, Behördenantworten und in der Genfer Konsultation. Seine Befunde flossen in mehrere Entscheide ein: GHB im physiologischen Bereich (Wallis), Substanzen medizinisch erklärt (Genf 2026), kein GHB beim Schulball 2010.
Weitere Einträge: Waadt 2010: CURML findet bei Schulball-Verdachtsfall kein GHB, Genf: Gemeinsame Untersuchung durch Gynäkologie und Rechtsmedizin, Proben ein Jahr am CURML, Wallis: GHB-Verdacht am Arbeitsplatz, Haaranalyse negativ, Freispruch von Vergewaltigung bestätigt, CURML/CHUV: Systematische GHB-Suche in 815 forensischen Proben 2021 (Waadt), Endogenes GHB: Interpretationsschwellen Blut und Urin in der Schweizer Praxis, RSI: «La droga dello stupro in Romandia», Gerüchte ohne bestätigte Fälle, Jura: Regierung beantwortet Schriftliche Frage zu GHB-Intoxikationen (QE 3435), Genf: Verdacht auf «soumission chimique» nach Motorradunfall nicht erhärtet, Einstellung bestätigt, Waadt: Interpellation Thalmann fordert Freiburger Modell; Staatsrat lehnt eigene Weisung ab
Quellen
- Une nouvelle consultation médico-légale pour adultes victimes de violences aux HUGHUG
- Une nouvelle consultation médico-légale pour adultes victimes de violences aux HUGHUG, Medienmitteilung, 2025-01-23
Eintrag 2025-01-23_genf-medizinisch-rechtliche-konsultation-der-hug-fur-gewaltopfer-ohne-anzeige. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.