Wissen
Steuer et al. 2023: GHB-Glycin verlängert Nachweis im Urin (IRM Zürich)
Studie des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich mit Urinproben aus zwei randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Crossover-Studien: 79 Probanden erhielten 50 mg/kg GHB oder Placebo, Urinproben nach rund 4,5, 8, 11 und 28 Stunden. Nach 11 Stunden waren GHB, GHB-Aminosäurekonjugate, 3,4-Dihydroxybuttersäure und Glykolsäure gegenüber Placebo noch erhöht, nach 28 Stunden nur noch GHB-Glycin. Geprüfte Kriterien: GHB-Glycin über 1 µg/mL, Verhältnis GHB-Glycin zu GHB über 2,5, Anstieg um mehr als Faktor 5 gegenüber einer zweiten, zeitlich abgestimmten Urinprobe; Sensitivitäten nach 28 Stunden 0,1, 0,3 und 0,5. Nur GHB-Glycin zeigte eine gegenüber GHB verlängerte Nachweisbarkeit.
Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.
Beteiligte
| Name | Rolle | Funktion | Partei |
|---|---|---|---|
| Andrea E. Steuer | Erstautorin | Abteilung Forensische Pharmakologie und Toxikologie, Institut für Rechtsmedizin, Universität Zürich | |
| Thomas Kraemer | Letztautor | Abteilung Forensische Pharmakologie und Toxikologie, Institut für Rechtsmedizin, Universität Zürich |
Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.
Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen
Forschungsstand, noch kein Routineverfahren: Die Autoren halten den Vergleich mit einer zweiten Urinprobe für die beste Strategie, verlangen aber weitere Daten vor dem Einsatz in der Fallarbeit. Auch mit dem neuen Marker bleibt die Sensitivität im späten Zeitfenster tief.
Zusammenhänge
Forschende in mehreren Einträgen: Steuer, Liechti, Augsburger, Carron
belegt, Gleiche Personen
Andrea E. Steuer (IRM Zürich) ist an den Biomarker-Studien 2022 und 2023 beteiligt und wird 2026 in 20 Minuten zitiert. Matthias E. Liechti (USB) ist Autor der Pharmakokinetik-Studie 2016 und der Übersicht 2019. Marc Augsburger und Pierre-Nicolas Carron haben die CURML-Studie 2022 und den Artikel zu Nadelstichen 2026 mitverfasst. Augsburger äusserte sich ausserdem 2021 gegenüber RTS zu den Lausanner Gerüchten.
Weitere Einträge: Steuer et al. 2022: Synthese neuer GHB-Biomarker, Nachweisfenster 6 Stunden Blut, 12 Stunden Urin, 20 Minuten 2026: IRM Zürich zu GHB-Nachweis und Symptomen, Liechti et al. 2016: Pharmakokinetik von GHB bei Gesunden (Universitätsspital Basel), Bühler, Schmid, Liechti 2019: K.O.-Mittel, Diagnostik auf der Notfallstation und in der Praxis, CURML/CHUV: Systematische GHB-Suche in 815 forensischen Proben 2021 (Waadt), Jovanovic et al. 2026: Piqûres malveillantes, medizinische und soziale Fragen (CHUV, CURML, EPFL), Lausanne subventioniert 4'000 Glasdeckel «Drink Watch» für Bars und Clubs
Quellen
- Urinary concentrations of GHB and its novel amino acid and carnitine conjugates following controlled GHB administration to humansScientific Reports 13, 8983, 2023-06-02
- Urinary concentrations of GHB and its novel amino acid and carnitine conjugates following controlled GHB administration to humansPubMed Central (PMID 37268859), 2023-06-02
Eintrag 2023-06-02_steuer-et-al-2023-ghb-glycin-verlangert-nachweis-im-urin-irm-zurich. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.