K.O.-Tropfen in der SchweizDas journalistische Gewissen

Ermittlungen

Basel, Hirscheneck: Mehrere Gäste an Silvester mutmasslich betäubt

Das Kleinbasler Szenelokal Hirscheneck meldete auf Instagram, in der Silvesternacht 2024/25 seien Menschen im und vor dem Lokal mutmasslich mit K.O.-Tropfen betäubt worden. Eine Person sei positiv auf Betäubungsmittel getestet worden. Das Universitätsspital Basel bestätigte einige Fälle mit «unklarem Koma» auf der Notfallstation, ohne sie einem bestimmten Ereignis zuzuordnen. Laut SRF hatte ein 17-jähriger Schüler nach vier Bieren kaum Erinnerung an die Nacht. Sechs Bekannte schilderten ähnliche Symptome. Er erstattete Tage später Anzeige gegen Unbekannt, ein Spitaltest erfolgte nicht. Die Staatsanwaltschaft äusserte sich nicht zu Anzeigen. FDP-Grossrätin Silvia Schweizer reichte einen Vorstoss für präventive Schutzmassnahmen im Hinblick auf die Grossanlässe 2025 ein, namentlich den ESC. Laut Regierungsrätin Stephanie Eymann lag für den ESC bereits ein Schutzkonzept vor. Die Kantonspolizei gab an, die 2021 verteilten Testarmbänder seien weder zuverlässig noch benutzerfreundlich gewesen. Nachweisfenster laut SRF: rund sechs Stunden im Blut, bis zwölf Stunden im Urin.

Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.

Beteiligte

NameRolleFunktionPartei
Silvia SchweizerGrossrätinMitglied Grosser Rat Basel-StadtFDP
Stefan SchmittPolizeisprecherKantonspolizei Basel-Stadt
Stephanie EymannRegierungsrätinVorsteherin Justiz- und Sicherheitsdepartement Basel-StadtLDP
nicht genanntBetroffener17-jähriger Gast

Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen

Der Fall löste in Basel-Stadt eine politische Debatte über Prävention vor den Grossanlässen 2025 aus. Die SRF-Berichterstattung gilt als Beispiel ausgewogener Lokalberichterstattung: Betroffene kommen zu Wort, der Verdacht ist als Verdacht gekennzeichnet, und die Beweisproblematik bei später Anzeige wird erklärt.

Verbindungen

Vorstoss im Grossen Rat Basel-Stadt (Januar 2025); ESC-Schutzkonzept Basel 2025.

Zusammenhänge

Basel: Hirscheneck, Interpellation, ESC-Schutzkonzept

belegt, Fall führt zu Vorstoss

Neun Tage nach den Vorfällen in der Silvesternacht im Hirscheneck reichte Silvia Schweizer ihre Interpellation ein. Sie verweist auf die Testarmbänder und den ESC. Die Polizei hielt fest, die Armbänder seien unzuverlässig. Erstmals erprobte Basel am ESC 2025 ein Schutzkonzept, das auch die Interpellation Brandenburger nennt.

Weitere Einträge: BS 25.5004 Interpellation Schweizer: Schutz vor K.O.-Tropfen, Massnahmen für sichere (Gross)anlässe, Basler Polizei verteilt GHB-Testarmbänder, später wegen Unzuverlässigkeit eingestellt, BS 25.5131 Interpellation Brandenburger: Chemische Unterwerfung, Ausprägung, Massnahmen, Sensibilisierung und Opferschutz, ESC Basel 2025: Schutzkonzept mit Safer Spaces, mobilen Awareness-Teams und 24-Stunden-Hotline

Quellen

  1. Szenelokal: «Die Verbreitung von K.O.-Tropfen ist kaum kontrollierbar»20 Minuten, 2025-01-07
  2. Drogen im Drink: Basel: Mit einem «Filmriss» ins neue JahrSRF, 2025-01-10
  3. Schutzkonzept für den ESC geplantbz Basel, 2025-01-15

Eintrag 2025-01-07_basel-hirscheneck-mehrere-gaste-an-silvester-mutmasslich-betaubt. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.