K.O.-Tropfen in der SchweizDas journalistische Gewissen

Berichte

Project Medusa: SRF, Blick und blue News zu Betäubungs-Missbrauchsnetzwerken, Schweiz nicht beteiligt

SRF berichtete am 3.7.2026 über die Europol-Operation Project Medusa gegen Online-Netzwerke, in denen Männer ihre Partnerinnen betäuben, missbrauchen und Aufnahmen davon teilen; laut SRF wurden 156 Täter und ebenso viele Opfer identifiziert. Fedpol erklärte, nicht beteiligt zu sein und keinen konkreten Fall mit Bezug zur Schweiz zu kennen; zuständig für Ermittlungen seien die Kantone. SRF verwies zudem auf die Lücke in der Unfallversicherung für bewusstlose Opfer und den Vorschlag des Bundesrats, dessen Vernehmlassung am 27.6.2026 endete. Blick (31.7.2026) und blue News (1.8.2026) berichteten über eine Petition auf der Plattform Campax mit rund 30'000 Unterschriften. Sie fordert die Teilnahme der Schweiz an Project Medusa, eine nationale Taskforce, die systematische Erfassung solcher Fälle und Unterstützung für Betroffene. Fedpol begründete die Nichtteilnahme laut Blick mit operativen Gründen.

Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.

Beteiligte

NameRolleFunktionPartei
fedpolBehörde
Eveline S. KoblerAutorin SRFJournalistin SRF
Daniel BallmerAutor BlickBundeshausredaktor Blick
Britta GfellerAutorin blue NewsJournalistin blue News
CampaxPetitionsplattform
nicht genanntInitiantin der PetitionPrivatperson

Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen

Die Berichterstattung macht sichtbar, dass die Schweiz an einer internationalen Ermittlung gegen Täternetzwerke nicht teilnimmt und keine eigene Datenlage ausweist. SRF stellt den Bezug zum Fall Pelicot und zu einer CNN-Recherche her und verknüpft das Thema mit der versicherungsrechtlichen Lücke für Betroffene.

Zusammenhänge

Project Medusa: Operation, Schweizer Nichtbeteiligung und Vorstösse

belegt, Gleicher Anlass

Alle Einträge beziehen sich auf die Europol-Operation Medusa. Darauf folgten in der Schweiz eine Petition, ein Postulat und vier Fragen in der Fragestunde, alle eingereicht im September 2026. Österreich trat der Operation bei. In seinen Antworten hält der Bundesrat fest, eine Teilnahme setze aktuelle Fälle voraus, und fedpol erstelle dafür ein Lagebild. Zwei Einträge stützen sich auf dieselben Quellen (SRF 3.7., Blick 31.7., blue News 1.8.2026); es liegt also eine Doppelerfassung vor.

Weitere Einträge: Europol «Project Medusa»: erste europäische Operation gegen Online-Netzwerke für betäubungsgestützte Sexualgewalt, Schweiz beteiligt sich nicht an Medusa; Petition auf Campax mit über 30'000 Unterschriften, Postulat 26.4076 Schmaltz: Beteiligung am Europol-Projekt MEDUSA, Fragestunde 26.7982 Gantenbein: Bekämpfung von DFSA-Täternetzwerken (Projekt MEDUSA), Fragestunde 26.8022 Bally: Rechtsgrundlagen der Kantone gegen Täter in Online-Netzwerken, Fragestunde 26.8024 Portmann: Zugang zu Therapie, Beratung und Betreuung bei DFSA-Fällen, Fragestunde 26.8031 Funiciello: Statistiken in Zusammenhang mit Medusa, Österreich tritt Medusa bei; Grüne fordern Tatbestand für Besitz und Verbreitung von Vergewaltigungsvideos

Doppelerfassungen im Datensatz

belegt, Doppelerfassung

Einige Einträge stützen sich auf dasselbe Geschäft oder dieselbe Quelle. Die Berner Interpellation 251-2025 und RRB 134/2026 sind zweimal erfasst. Die Schweizer Nichtbeteiligung an Medusa ist mit identischen Quellen zweimal erfasst. Nau.ch vom 5.8.2026 mit dem Zitat von Dirk Baier erscheint in zwei Einträgen. Bei einer Auswertung zählen diese Einträge nicht als unabhängige Belege.

Weitere Einträge: BE 251-2025 Interpellation Dubler: Was unternimmt der Kanton Bern gegen chemische Unterwerfung?, Berner Regierung: zwölf Verdachtsmeldungen seit 2022, zwei männliche Opfer, Schweiz beteiligt sich nicht an Medusa; Petition auf Campax mit über 30'000 Unterschriften, Deutschland: Nachweisproblem bei K.O.-Mitteln (kurze Nachweisfenster, hohes Dunkelfeld), Nachfrage nach K.O.-Tropfentests steigt, keine Schweizer Statistik (Nau.ch, Ticinonline)

Quellen

  1. Missbrauchsnetzwerke: Machen Personen aus der Schweiz mit?SRF, 2026-07-03
  2. Forderung an Beat Jans: Tausende verlangen härteres Vorgehen gegen Vergewaltiger-NetzwerkeBlick, 2026-07-31
  3. Betäubt und missbraucht: Ein Netzwerk geht dagegen vor, die Schweiz ist nicht dabeiblue News, 2026-08-01

Eintrag 2026-07-03_project-medusa-srf-blick-und-blue-news-zu-betaubungs-missbrauchsnetzwerken-schwe. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.