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Ermittlungen

Europol «Project Medusa»: erste europäische Operation gegen Online-Netzwerke für betäubungsgestützte Sexualgewalt

Im April 2026 startete Europol das Projekt Medusa gegen Online-Netzwerke, in denen vor allem Männer ihre Partnerinnen betäuben, sexuell missbrauchen und die Aufnahmen in frauenfeindlichen Online-Gemeinschaften teilen. Unter Leitung Deutschlands und Grossbritanniens führten Ermittlerinnen und Ermittler vom 22. bis 24. Juni 2026 bei der National Crime Agency in London eine Operationswoche durch. Laut Keystone-SDA und ZDF waren neun Länder beteiligt, eucrim nennt sieben Staaten. Ergebnis der Operationswoche: 156 mutmassliche Opfer und Täter identifiziert, 274 neue Spuren und vier neue Online-Gemeinschaften. In den Niederlanden wurden im Juni vier mutmassliche Täter festgenommen. Seit dem Projektstart zählt Europol 113 Ermittlungsverfahren, 57 Festnahmen und 158 Opfer, die in Sicherheit gebracht wurden. Laut tio.ch beteiligten sich neben Deutschland und Grossbritannien Brasilien, Frankreich, Kanada, die Niederlande, Spanien, Ungarn und die USA.

Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.

Beteiligte

NameRolleFunktionPartei
nicht genanntEuropol (Koordination)
nicht genanntBundeskriminalamt und LKA Hamburg (Deutschland), National Crime Agency (Grossbritannien)

Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen

Mit Medusa behandeln Strafverfolgungsbehörden betäubungsgestützte Sexualgewalt in Partnerschaften zum ersten Mal als vernetztes, grenzüberschreitendes Kriminalitätsphänomen. Die Berichterstattung zieht Parallelen zum Fall Pelicot. Keystone-SDA (blue News) und ZDF berichteten am 2.7.2026, SRF und tio.ch ebenfalls. SRF fragte am 3.7.2026 nach einem Bezug zur Schweiz: Die Foren sind grenzüberschreitend zugänglich, deshalb lässt sich eine Beteiligung von Personen aus der Schweiz nicht ausschliessen. Das fedpol war nicht an der Operation beteiligt, ihm ist kein konkreter Fall im Zusammenhang mit Medusa bekannt. Die Medien nennen unterschiedliche Zahlen (156 und 158), weil sie verschiedene Grössen meinen: identifizierte Opfer und Täter der Operationswoche gegenüber den seit Projektstart in Sicherheit gebrachten Opfern.

Verbindungen

Folgt auf die STRG_F-Recherche 2024. Siehe den eigenen Eintrag zur Schweizer Nichtbeteiligung.

Zusammenhänge

Project Medusa: Operation, Schweizer Nichtbeteiligung und Vorstösse

belegt, Gleicher Anlass

Alle Einträge beziehen sich auf die Europol-Operation Medusa. Darauf folgten in der Schweiz eine Petition, ein Postulat und vier Fragen in der Fragestunde, alle eingereicht im September 2026. Österreich trat der Operation bei. In seinen Antworten hält der Bundesrat fest, eine Teilnahme setze aktuelle Fälle voraus, und fedpol erstelle dafür ein Lagebild. Zwei Einträge stützen sich auf dieselben Quellen (SRF 3.7., Blick 31.7., blue News 1.8.2026); es liegt also eine Doppelerfassung vor.

Weitere Einträge: Project Medusa: SRF, Blick und blue News zu Betäubungs-Missbrauchsnetzwerken, Schweiz nicht beteiligt, Schweiz beteiligt sich nicht an Medusa; Petition auf Campax mit über 30'000 Unterschriften, Postulat 26.4076 Schmaltz: Beteiligung am Europol-Projekt MEDUSA, Fragestunde 26.7982 Gantenbein: Bekämpfung von DFSA-Täternetzwerken (Projekt MEDUSA), Fragestunde 26.8022 Bally: Rechtsgrundlagen der Kantone gegen Täter in Online-Netzwerken, Fragestunde 26.8024 Portmann: Zugang zu Therapie, Beratung und Betreuung bei DFSA-Fällen, Fragestunde 26.8031 Funiciello: Statistiken in Zusammenhang mit Medusa, Österreich tritt Medusa bei; Grüne fordern Tatbestand für Besitz und Verbreitung von Vergewaltigungsvideos

STRG_F-Recherche, Medusa und die Strafbarkeit von Aufnahmen

Arbeitshypothese, Thematische Nähe, zeitliche Folge

Arbeitshypothese. Am 18.12.2024 berichtete Blick, beim Besitz solcher Aufnahmen Erwachsener bestehe teilweise eine Lücke. Zwei Tage später, am 20.12.2024, fragte Suter nach der Strafbarkeit von Vergewaltigungsvideos. Einen direkten Bezug zwischen der Recherche und Medusa belegen die geprüften Quellen nicht. In Österreich forderten die Grünen 2026 einen Tatbestand gegen den Besitz solcher Aufnahmen.

Weitere Einträge: STRG_F-Recherche: Telegram-Netzwerk, in dem Männer das Betäuben von Frauen besprechen, Anfrage 24.1063 Suter: «Sind der Besitz und die Verbreitung von Vergewaltigungsvideos und Videos von chemischen Unterwerfungen in der Schweiz strafbar?», Österreich tritt Medusa bei; Grüne fordern Tatbestand für Besitz und Verbreitung von Vergewaltigungsvideos

Quellen

  1. Project Medusa Targets Drug-Facilitated Sexual Assaulteucrim (Wiedergabe Europol-Mitteilung), 2026-07-08
  2. Frauen betäubt und missbraucht: Schlag gegen Online-Gruppenblue News (Keystone-SDA), 2026-07-02
  3. Kriminelle Online-Gruppen: Machen Personen aus der Schweiz mit?SRF, 2026-07-03
  4. Sedavano le proprie partner e poi le stupravano: smantellata rete internazionale di abusitio.ch, 2026-07-02
  5. Europol: Schlag gegen Missbrauchs-NetzwerkeZDFheute, 2026-07-02

Eintrag 2026-07-02_europol-project-medusa-erste-europaische-operation-gegen-online-netzwerke-fur-be. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.