K.O.-Tropfen in der SchweizDas journalistische Gewissen

Berichte

Helvetiarockt-Bericht: Clubs und Festivals brauchen Unterstützung, Codewort «Luisa» wird selten genutzt

Laut Beobachter (24. November 2023) hat der Verein Helvetiarockt den Bericht «Nicht nur Plakate in den Toiletten» veröffentlicht. Er beruht auf einer Online-Umfrage und auf Interviews mit Mitarbeitenden nicht profitorientierter Clubs und Festivals. Viele Betriebe haben bereits Awareness-Konzepte, deren Umsetzung ist aber oft schwierig. Sicherheitsfirmen sind laut Bericht oft ungenügend für den Umgang mit sexualisierter Gewalt ausgebildet, vieles hängt vom Engagement Einzelner ab, etwa von Barpersonal. Nach Angaben der Clubs und Festivals wird das Codewort «Ist Luisa da?» selten genutzt. Manche Betroffene erkennen Übergriffe erst im Nachhinein. Helvetiarockt richtet seine Forderungen an Politik und Behörden: mehr Mittel für Schulungen und geschultes Personal, sichtbarere Angebote, besserer Austausch zwischen Veranstaltenden und Behörden und allenfalls eine zentrale Koordinationsstelle. Der Artikel zitiert die GFS-Bern-Studie im Auftrag von Amnesty International: 42 Prozent der befragten Frauen ab 16 Jahren haben in Bars oder Clubs sexuelle Belästigung erlebt.

Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.

Beteiligte

NameRolleFunktionPartei
Lula PergolettiSprecherinHelvetiarockt

Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen

Bislang die einzige gefundene branchenweite Bestandesaufnahme zu Awareness-Konzepten in nicht profitorientierten Clubs und Festivals der Schweiz. Sie stützt die Einschätzung, dass Codewort-Kampagnen wenig genutzt werden und Schulung der eigentliche Hebel ist. K.O.-Tropfen sind im Artikel kein Thema.

Verbindungen

Querverweise der Dokumentation (nicht im Artikel erwähnt): «Luisa» in Zürich und Winterthur, «Mille Grazie» in Bern.

Zusammenhänge

Codewort «Luisa»: Winterthur, Zürich, Basel, Zug

belegt, Vorbild und Übernahme

Das Codewort kam 2017 nach Winterthur, ab 2018 machten Zürcher Lokale mit. Die Opferhilfe beider Basel übernahm es, und 2026 verlangt ein Postulat die Einführung im Kanton Zug, mit Verweis auf Zürich, Bern und Basel. Laut Helvetiarockt wird das Codewort selten genutzt.

Weitere Einträge: Winterthur: Salzhaus und weitere Clubs führen den Code «Ist Luisa da?» ein, Zürich: Bar- und Clubkommission und Frauenberatung lancieren «Ist Luisa hier?», Opferhilfe beider Basel: «Ist Luisa hier?» und Awareness-Konzept mit dem Imagine-Festival, Basler Anzug Braun: Kampagne gegen sexualisierte Gewalt, «Luisa» neu pushen, K.O.-Armbänder besser kommunizieren, Zuger Postulat Küng: Kampagne «Ist Luisa hier?» im Kanton Zug einführen

Nachtleben: Meldewellen ohne Nachweis, Prävention über Branche und Eigenverantwortung

Muster über die Jahre

Zum Muster

Quellen

  1. Plakate reichen nichtBeobachter, 2023-11-24

Eintrag 2023-11-24_helvetiarockt-bericht-clubs-und-festivals-brauchen-unterstutzung-codewort-luisa-. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.