K.O.-Tropfen in der SchweizDas journalistische Gewissen

Berichte

Republik: «Die Zerstörungsmaschine», Analyse von acht TX-Artikeln zum Reitschule-Meme

Die «Republik» analysierte acht Artikel, die innert gut drei Wochen in fünf Titeln der TX Group erschienen: Tages-Anzeiger, 20 Minuten, Berner Zeitung, Basler Zeitung und SonntagsZeitung. Anlass war ein satirisches Meme der Reitschule-Zeitung «Megafon», das nach 24 Stunden gelöscht wurde. Laut Analyse wurde es ohne Kontext als «Köpfung» einer Tamedia-Journalistin dargestellt. Die Debatte wurde mit Nazi- und IS-Vergleichen aufgeladen, in der Weltwoche auch mit dem Begriff «Taliban». Der laufende Rechtsstreit zwischen Tamedia und Spiess-Hegglin um das geplante Buch der Journalistin wurde in keinem der acht Artikel offengelegt. Die SonntagsZeitung musste wegen falscher Behauptungen eine Gegendarstellung abdrucken.

Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.

Beteiligte

NameRolleFunktionPartei
Daniel RyserAutorJournalistRepublik

Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen

Medienkritik am Nachleben der Zuger Ereignisse von 2014. Im Zentrum stehen ein nicht offengelegter Interessenkonflikt in eigener Sache und die Abfolge der acht Artikel. K.O.-Tropfen sind nicht Thema.

Verbindungen

Presserat 36/2022 und 37/2022 zum selben Meme (eigene Einträge, durch diese Quelle nicht geprüft).

Zusammenhänge

Reitschule-Meme Juli 2021: Presserat und Republik

belegt, Gleicher Anlass

Beide Einträge behandeln das Meme der Reitschule-Zeitung vom Juli 2021 und die Berichterstattung von «20 Minuten» und «Tages-Anzeiger» darüber. Der Presserat wies die Beschwerden von Netzcourage ab. Die Republik analysierte acht TX-Artikel und hielt fest, dass der laufende Buchstreit in keinem davon offengelegt wurde. Auf die Presserat-Verfahren verweist die Republik nicht.

Weitere Einträge: Presserat 36/2022 und 37/2022: Beschwerden von Netzcourage gegen «20 Minuten» und «Tages-Anzeiger» abgewiesen

Medienhaus TX Group / Tamedia

belegt, Gleiches Medienhaus

In mehreren Einträgen treten Titel von Tamedia beziehungsweise der TX Group (Tages-Anzeiger, 20 Minuten, SonntagsZeitung) oder ihre Journalistinnen auf. Laut WOZ übernahm «20 Minuten» 2015 das «Techtelmechtel» ungeprüft. Weiter dazu gehören die Meme-Berichterstattung 2021 und die Beschwerde einer Tamedia-Journalistin gegen CH Media 2022. Michèle Binswanger, Journalistin bei Tamedia, wurde 2026 wegen eines eigenen Tweets von 2020 rechtskräftig verurteilt; diese Verurteilung betrifft sie persönlich, nicht das Medienhaus.

Weitere Einträge: WOZ-Medientagebuch «Sex, Gift und Galle»: Rund 390 Artikel bei dünner Faktenlage, Republik: «Das Zögern und Zaudern um eine Medienaffäre», Presserat 61/2020: «das Lamm» verletzt Wahrheitspflicht gegenüber Michèle Binswanger, Gegendarstellung nicht Sache des Presserats, Bundesgericht tritt nicht auf Beschwerde im Buchstreit ein (5A_824/2021), Presserat 28/2022: CH Media hätte Tamedia-Journalistin anhören müssen, Presserat 36/2022 und 37/2022: Beschwerden von Netzcourage gegen «20 Minuten» und «Tages-Anzeiger» abgewiesen, Michèle Binswanger wegen Verleumdung rechtskräftig verurteilt (BGer 6B_747/2025)

Quellen

  1. Die ZerstörungsmaschineRepublik, 2021-08-06

Eintrag 2021-08-06_republik-die-zerstorungsmaschine-uber-eine-tx-kampagne-gegen-spiess-hegglin. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.