K.O.-Tropfen in der SchweizDas journalistische Gewissen

Politik

Interpellation 25.3070 Porchet: Zugang zur Justiz für Opfer chemischer Unterwerfung

Interpellation 25.3070 «Wie kann für Opfer chemischer Unterwerfung der Zugang zur Justiz verbessert werden?» von Nationalrätin Léonore Porchet (Grüne, VD), eingereicht im Nationalrat am 10.03.2025. Die Interpellantin hält fest: Die Substanzen werden rasch abgebaut und lassen sich nur im Labor nachweisen. Ist der Befund negativ, tragen die Opfer die Laborkosten. Fachpersonen raten deshalb häufig von Analyse und Anzeige ab. Sie fragt nach Massnahmen für einen besseren Justizzugang, nach einer systematischen Vergütung der Laborkosten und nach der Beratungspraxis. Antwort des Bundesrats vom 14.05.2025 (EJPD): Er verweist auf den Forschungsauftrag zu den Postulaten 22.4565 und 22.4566. Neue Massnahmen zur chemischen Unterwerfung sollen gegebenenfalls in die Prüfung zum NAP-IK-Schlussbericht 2026 einfliessen. Der Vorentwurf zur OHG-Revision sah ein Recht aller Opfer auf eine kostenlose rechtsmedizinische Dokumentation vor, auch ohne Strafverfahren, etwa mit toxikologischen Proben. Die Kosten kann die Opferhilfe subsidiär als Soforthilfe übernehmen (Art. 4 OHG). Zur Beratungspraxis von Fachpersonen äussert sich der Bundesrat nicht. Stand per 28.10.2026: Die Stellungnahme liegt vor, im Rat ist das Geschäft noch nicht behandelt.

Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.

Beteiligte

NameRolleFunktionPartei
Léonore PorchetUrheberinNationalrätin VDGrüne

Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen

Die Antwort verlagert die Kostenfrage auf die laufende OHG-Revision (25.080) und auf die Prüfung zum NAP-IK. Eine systematische Vergütung negativer Laborbefunde sagt der Bundesrat nicht zu.

Verbindungen

22.4565; 22.4566; 24.4567; 25.080; 25.3072

Zusammenhänge

Anzeigehürden: Postulate 22.4565 und 22.4566 sowie Interpellation 25.3070

belegt, Folgegeschäft (Bund)

Die beiden gleichlautenden Postulate lösten einen Forschungsauftrag aus. Darauf verweist der Bundesrat in seiner Antwort zur Interpellation 25.3070 über Laborkosten und den Zugang zur Justiz.

Weitere Einträge: Postulat 22.4565 von Falkenstein: Was brauchen Opfer von sexualisierter Gewalt?, Postulat 22.4566 Funiciello: Was brauchen Opfer von sexualisierter Gewalt?

Spurensicherung ohne Anzeige: Flickenteppich, Kosten, Bundesrevision hängig

Muster über die Jahre

Zum Muster

Quellen

  1. 25.3070 Wie kann für Opfer chemischer Unterwerfung der Zugang zur Justiz verbessert werden?Curia Vista, parlament.ch, 2025-03-10
  2. Geschäftsdaten 25.3070Webservice der Parlamentsdienste, parlament.ch, 2025-05-14

Eintrag 2025-03-10_interpellation-25-3070-porchet-zugang-zur-justiz-fur-opfer-chemischer-unterwerfu. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.