Politik
Blick Romandie: Porchet zu Versicherungsschutz bei chemischer Unterwerfung und «Dutzenden vergleichbaren Dossiers»
In einem Interview aus «L'illustré», das Blick Romandie übernommen hat, sagt die Waadtländer Grünen-Nationalrätin Léonore Porchet: Opfer, die nach der Gabe von Substanzen an Amnesie leiden, fielen nicht unter die Definition, die den Versicherungsschutz begründet. Nach ihren Worten hat ihre Interpellation eine Gesetzesänderung ausgelöst; der Bundesrat plane eine Reform, die den Versicherungsschutz verbessern soll. Porchet fordert mehr Prävention, besseren Zugang zur Justiz, eine Reform des Strafverfahrens, die Ausbildung von Fachpersonen und Magistratspersonen, kantonale Koordination, Sexualbildung und eine stärkere Kontrolle digitaler Plattformen. Zum Aargauer Fall Frei sagt sie, es gebe in der Schweiz bereits «Dutzende vergleichbare Dossiers». Der Artikel erwähnt zudem, dass Nationalrat Thomas Bläsi (SVP GE) den Zugang zu Medikamenten stärker einschränken will, die zum Betäuben missbraucht werden. Im Fall Frei waren zwei polnische Frauen zeitweise von einer Wegweisung bedroht.
Der Verfahrensstand folgt den Quellen, nicht einer eigenen Prüfung der Akten.
Beteiligte
| Name | Rolle | Funktion | Partei |
|---|---|---|---|
| Léonore Porchet | Interpellantin | Nationalrätin VD | Grüne |
| Thomas Bläsi | Nationalrat | Nationalrat GE | SVP |
Namen erscheinen nur bei öffentlicher Funktion oder rechtskräftiger, namentlich berichteter Verurteilung. Für alle Personen ohne rechtskräftiges Urteil gilt die Unschuldsvermutung.
Einordnung der Redaktion, keine Tatsachenbehauptung aus den Quellen
Dass die Interpellation die Gesetzesänderung ausgelöst hat, ist Porchets eigene Darstellung im Interview. Ob es um den Unfallbegriff im UVG geht, sagt der Artikel nicht. Das ist am Geschäft auf parlament.ch und an der Vernehmlassungsvorlage zu prüfen. Die Geschäftsnummer fehlt. Die Zahl «Dutzende vergleichbare Dossiers» ist eine nicht belegte Einschätzung Porchets.
Verbindungen
RSI zur UVG-Vernehmlassung; Fall Frei (Aargau, laufendes Strafverfahren).
Zusammenhänge
Vom Urteil 8C_548/2023 über die Interpellation zur UVG-Revision
belegt, Urteil führt zu Vorstoss und Gesetzesrevision
Das Bundesgericht verneinte bei einem betäubten Opfer einen Unfall. Porchet nahm das Urteil in der Interpellation 25.3072 auf, und der Bundesrat sagte zu, eine Anpassung zu prüfen. Am 1.4.2026 eröffnete er die Vernehmlassung zu Art. 6 Abs. 3 UVG. Die SP nennt 8C_548/2023 als Auslöser, die Suva unterstützt die Anpassung. Porchet bezeichnet ihre Interpellation selbst als Anstoss. Belegt ist die ganze Kette, vom Urteil bis zur Vorlage.
Weitere Einträge: Keine UVG-Leistungen nach Schändung unter Betäubung: Bundesgericht verneint Schreckereignis, Interpellation 25.3072 Porchet: Opfer sexueller Gewalt im UVG nach BGer-Urteil 8C_548/2023, Bundesrat will Folgen sexueller Übergriffe auf Betäubte als Unfall versichern («Nach Fall Pelicot»)
Anklage gegen Patrick Frei als Anlass für Berichte und politische Reaktionen
belegt, Fall führt zu Berichterstattung und Politik
Auf die Anklage vom 20.7.2026 beziehen sich in ihren Quellen ausdrücklich: Experteninterviews von SRF und 20 Minuten mit IRM Basel, IRM Zürich und der Fachstelle Frauenberatung, die Berichte zur Nachfrage nach Tests, die Aussagen von Bundesrätin Baume-Schneider, Porchets Interview sowie der zweite Aargauer Fall. Das Verfahren ist hängig, es gilt die Unschuldsvermutung.
Weitere Einträge: Aargau 2023 bis 2026: Anklage gegen früheren SVP-Grossrat Patrick Frei, u.a. wegen mehrfach versuchten Mordes durch K.O.-Tropfen, Zweiter Aargauer Fall: Mann soll minderjährige Freundin jahrelang mit GBL betäubt und gefilmt haben, SRF 2026: Fachstelle zu Nachweisfenstern, endogenem GHB und neuem Protein-Marker, SRF 2026: IRM Basel zu Gesundheitsrisiken hoch dosierter K.O.-Mittel, 20 Minuten 2026: IRM Zürich zu GHB-Nachweis und Symptomen, Bundesrätin Baume-Schneider: Prävention und Information gegen chemische Unterwerfung verbessern, Nachfrage nach K.O.-Tropfentests steigt, keine Schweizer Statistik (Nau.ch, Ticinonline)
Léonore Porchet: sechs Jahre Vorstösse
belegt, Gleiche Person
Porchet ist in allen Einträgen als Urheberin oder Zitierte namentlich genannt. Ihre Vorstösse reichen von der Frage zu GHB in Lausanne 2020 über Laborkosten und UVG 2025 bis zum versuchten Delikt 2026. In der Interpellation 26.3482 verweist sie selbst auf 20.5521 und 24.4607.
Weitere Einträge: Fragestunde 20.5521 Porchet: Angriffe mit GHB. Welche Anpassung des gesetzlichen Rahmens?, Interpellation 25.3070 Porchet: Zugang zur Justiz für Opfer chemischer Unterwerfung, Interpellation 25.3072 Porchet: Opfer sexueller Gewalt im UVG nach BGer-Urteil 8C_548/2023, Bundesrat will Folgen sexueller Übergriffe auf Betäubte als Unfall versichern («Nach Fall Pelicot»), Interpellation 26.3482 Porchet: Versuchte chemische Unterwerfung. Wie können Betroffene besser geschützt werden?
Quellen
- Vaud: Léonore Porchet s'attaque à la soumission chimiqueBlick Romandie (Interview aus L'illustré), 2026-08-27
Eintrag 2026-08-27_blick-romandie-porchet-zu-versicherungsschutz-bei-chemischer-unterwerfung-und-du. Letzte Prüfung der Quellen am 29.10.2026. Fehler oder fehlende Quellen bitte über Korrektur melden.